Band 
Erster Band.
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Zweytes Buch. ZYZ

Regierungshäupter des Ordens gebracht werden. Viel-mehr scheinen einige dieser Fragen absichtlich gewähltzu seyn, um die Gesellschaft in ein vortheilhaftes Lichtzu stellen. Die Jesuiten geben zwar vor, man habesie nur deswegen über so nichtsbedeutende Kleinigkei-ten befragt, weil es ihren Gegnern bey aller Anstren-gung nicht möglich gewesen sey, auch nur irgend ei-nen Schein von Verbrechen aufzufinden. Aber ein soprahlerisches Vorgeben widerlegt sich von selbst, daeine solche Cchuldlostgkeit kaum bey dem Unschuldig-sten, und also um so viel weniger bey einer Gesell-schaft gedenkbar ist, die seit mehr als zweihundertJahren nicht etwa nur über eingebildete, ungewisseund uncrwiesene Vergebungen, sondern über wirklicheund augenscheinliche Thatsachen angeklagt worden ist.Und sollte es wohl möglich seyn, daß eine solche Ge-sellschaft gerade in dem Augenblick ihrer Auflösungweit unschuldiger, als hundert Jahre früher, gewesensey? So wenig diese Unmöglichkeit durchaus bezwei-felt werden könnte; so leicht begreiflich ist es gleichwohl,daß die hauptsachtlichcn Vergebungen des Ordens voneiner Beschaffenheit waren, die es dem römischenHofe unendlich schwer machen mußte, darüber ein öf-fentliches Urtheil zu fallen. Sein Interesse war allzu-genau mit dem Interesse dieses Ordens verbunden,und dasjenige, worüber in katholischen Staaten geklagtwurde, . stuhnd mit der Politick und den Maximenjenes Hofes in so naher Beziehung, daß es wohl zu-viel gefedert hcissen müßte, zu verlangen, daß derrömische Pabst sich selbst das Verdammungsurtheilsprechen sollte.

Es mußte also dem Pabste unendlich viel daran ge-legen seyn, den Prozeß der Jesuiten auf eine Art zuschliessen, daß einerseits die Bcklaaten als unschuldigzum Vorschein kommen, und anderseits die Kläger,die geschont werden sollten, gleichwohl auf irgend eine