Band 
Erster Band.
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405
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Zweytes Buch. 425

Ew. Heiligkeit werden seinen Fehler verziehen, wel-cher in einem unschuldigen, unbedeutenden Besuchebesteht. Ausserdem scheint es, daß sein Fehler durchdie Hülfe ersetzt und gutgemacht werde , welche erin »»vermutheten Fallen durch die Operazionen derChirurgie gewährt, wovon er Profession macht, unddie er auch wirklich gemacht hat, ohne den Lohn fürseine Bemühung erhalten zu haben. Nun sitzt er aberbereits einen Monath ohne Linderung im Arrest. Erhat eine junge äusserst arme Frau mit neun Kindern;er kann weder für jene noch für diese sorgen; er hatkeine Anverwandte, denen er sie anvertrauen könnte,und man erlaubt ihm nicht einmal sie zu sehen. Erwird auch in seinem Dienste gehindert, indem er nichtfür die Küche sorgen kann. Der Snpplikant kann esGewissenshalber nicht geschehen lassen, daß dieserMann seinetwegen in solchen Umständen von seinerFrau entfernt bleibe. Er hat daher inständig gebe-ten, entweder daß ihm seine Freyheit gestattet, oderLaß er aus seinem Dienste gethan werden, hat aberbisher nichts erhalten können „

„Merheiligster Vater! dieses ist der Zustand desunterrhänigstcn Supplikanten. Die Fakta sind einfach,und nur die Lüge kann sie widersprechen. Er hatviele weggelassen, und auch diese hat er nicht mitallen Umstanden angeführt, um Ew. Heiligkeit nicht ver-drüßlich zu werden. Es bleibt dem unglücklichen Suppli-kanten keine andere Freyheit übrig, als Ihr Mitleidenanzuflehen, und in diesem hoffet er Ew. Heiligkeit eif-rig zu finden. Wenn je zwey Jahre des engsten Ver-halts , welche doch sonst schwere Verbrechen zu büssenhinreichend sind, noch nicht hinlänglich wären, dieUnschuld zu büssen, oder wenn sonst der Snpplikantaus je einem andern Titel der Gnade unwürdig Wa-re, daß ihm dieser langsam und martervolle Tod ver-wandelt werde: So bleibt ihm nichts übrig, als den