Zweytes Buch. 417
mische Adel, zum Beweise seiner Knechtschaft, zu Fus-se gehen mußte, ritten die Prälaten und die päbstli-che Kammergeistlichkcit auf Mauleseln, die ungemeinprächtig ausgeschmückt waren. Der Pabst selbst folg-te auf einem Schimmel, von Schweißern umrungen,welche Hellebarden uud entblößte Schwerster auf denSchultern und in den Handen trugen. Ein römi-scher Fürst führte das Pferdt, auf welchem Pinssaß, am Zügel- Sr. Heiligkeit folgten die Kammer-pagen in silbernen Kleidern, der pabstliche Medikus,der Schweifträger, der pabstliche Beinkleiderhüter,und alle dergleichen Hofämter. Erst nach ihnen er-schienen die Eminenzen auf Mauleseln, und jede vonihnen ließ sich durch zween Stallbediente ihr Familien-wappen voraustragen. In den Strassen, durch wel-che der Zug gieng, waren alle Häuser mit den kostbar-sten Tapeten von aussen her behängen, und man ei-ferte in die Wette, sich es hierinn.einander an Reich-thum, Pracht und Geschmack hervorzuthun.
So bald der Zug auf dem Kapital anlangte, giengdas Haupt des römischen Senats, Fürst AbondioRezzomcco, mit einer goldenen Kette am Halse undeinem elfenbeinernen Zepter in der Hand, in Beglei-tung aller Rathsherren von Rom dem Pabste entge-gen , und überreichte demselben auf den Knien in ei-ner goldenen Schaale die Schlüssel zum Kapital, mitfolgenden Worten: »Heiligster Vater/ die Freude,welche alle römischen Bürger über die Nachrichtvon deiner Erhebung zum Pontifikate empfunden ha-ben, erhalt nun erst heute durch diese Feyerlichkeitihr höchstes Ziel. Dieser Zulauf von Menschen ausallen Ständen, dieses Freudengeschrey, und diesefeyerlichen Glückswänsche sind Beweise davon. Esbleibt mir, als dem Senator der Stadt, weiter nichtsübrig, als dir den Willen der Bürger zn offenbaren,und im Namen des römischen Senats und Volks Treue