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Erster Band.
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444 Gesch. d. römischkath. Kirche.

betrachtet- Er war kein Freund der Unigenitusbulle,und folglich unwürdig, den rothen Hut zu tragen.

Der König fand sich, wie man es leicht vorausse-Heu konnte, durch ein solches Betragen des römischenHofes beleidiget, und ließ ;nm Voraus durch seinenGesandten, den Herzog Eimttile, erklären, baß manes am Hofe zu Neapel, in so ferne der Erzbischofden Purpur nicht erhielt, nie gestatten würde, einenErzbischof von Mailand in das Kollegium der Kar-dinale anfzunehme». Diese Erklärung blieb fruchtlos,so wie auch die bald nachher erfolgte Drohung, eineneigenen Orden im Königreiche aufrichten zu wollen,dessen Glieder, wie die Kardinale, rothe Hüte tra-gen sollten, ganz keinen Eindruck auf plus machte.

Er begegnete jeden Zudringlichkeiten des Königes mit derEntschuldigung, daß es ihm sein Gewissen nicht erlau-be, einen von jansenistischen Ketzereien bemackeltenPrälaten in das heilige Kollegium einzulassen.

Pins hatte sich bey dieser Gelegenheit durch dieZärtlichkeit seines Gewissens weit mehr geschadet, alsgenutzt. Ein Ianseniste hätte das vorgeblich heiligeKollegium keineswegs verunreiniget; und immer wärees für die Religion weit erbaulicher gewesen, einenvermennten Ketzer, als einen Atheisten, wie der Kar-dinal Dä Bors war, oder einen offenbaren Verbre-cher, dergleichen es eine Menge gab, darinn aufzu-nehmen. Ferdinand hielt es, nachdem der Pabst so ^vergeblich sich erinnern ließ, der Mühe nicht mehrwerth, noch weitere Schritte in dieser Sache zu thun.Aber das Stillschweigen des Hofes von Neapel warfür Rom ungemein nachtheilig. Was der Königbisher ohne Erfolg von Pins verlangte, schien nunjenem keines besondern Vorzugs mehr würdig, under gab aus eigener Machtvollkommenheit seinem Rest-denzbischofe so viele Rechte, als ihm dieser je hattegeben können, wenn er ihn zum Kardinal befördert

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