Band 
Erster Band.
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Drittes Buch. 44Z

hinderte, von Mitteln Gebrauch zu machen, welcheübelgeartete Despoten nie verschmäht haben wurden.So bewirkten in ihm Mangel an Politik, und ange-borene Milbe, daß der Friedensbruch, den er in demersten Augenblicke seiner aufbrausenden Hitze den Ve-nezianern ankündigte, von keinen bedeutenden Fol-gen seyn konnte, indem er am Ende selbst gerade ineinem Zeitpuncte, in welchem vielleicht ein beharrlicherEigensinn die erwünschte Wirkung zu seinem Vortheilegethan hatte, sich jede Bebingnisse gefallen ließ, umden gebrochenen Frieden wieder herzustellen.

Rom wurde durch die Streiche der Venezianertief verwundet. Aber noch wert schmerzhafter warendie Schlage, die der Hof von kJcapcl fallen ließ,plus sollte den Filmgieri, nenerwählten Erzblschofvon Neapel, zum Kardinal der römischen Kirche ma-chen. Ferdinand IV. foderre diese Ehre für fernenHofprälaten aus doppelten Gründen; einmal, weilPins es vor der Wahl versprochen hatte, und dann,we>l es schon seit mehr als goo. Jahre» gebräuchlichwar, einen jczcikigen Residenzbischof in das Kardinal-Kollegium aufzunehmen. Allein dicsesmal schien derGabst nicht geneigt, sein Versprechen zu halten. Fi,lingieri war ein sehr würdiger Prälat, und hatte derKirche und dem Staate die wichtigsten Dienste gelei-stet. Aber er hatte den Fehler, ein Janseniste zuscheinen, und kein Freund der Exjesuitcn, hingegen einumso grösserer Beschützer des gelehrten Ordens der Pla-nsten zu seyn. So wie man bey aller Unwissenheit,und bey der notorischen Schändlichkeit des Lebens-wandels, ein gelehrter und tugendhafter Mann heißt,wenn man von allen Flecken des Jansenisnms reinist; so wenig haben Gelehrsamkeit und Tugend einenWerth, so bald sie von solchen Flecken verunstaltetwerden. Aus diesem Gesichtspunkte wurden denn auchdie Verdienste des neuerwählten Erzbischofes in Rom