228 Geschichte der Nömischkathol. Kirche.
sollen, und nur mit einstimmiger Dewilligunzaller Pfarrer dürfen die Dekrete publicirt wenden, die wir zur Ehre Gottes, zur Befestigungdes Glaubens und zur Auftcchthalrung der reinenMoral zu entwerfen haben.
Das wolle Gott verhüten, daß ich mich durchdie Fülle der priesterlichen Gewalt, die bey mei-ner Einweihung zur bischöfflichcn Würde in meineHände gelegt wurde, daß ich mich durch den Ti-tel des Engels dieser Kirche und des Ersten in eu-rem Kollegio, den ich führe, und der meine Eh-re und mein Trost ist, daß ich mich dadurch zuAnmaßungen einer eitlen Herrschsucht in Ansehungeurer verleiten lassen, und euch diesen gemäß zuder Fcyer unsrer ersten Synode bloß deswegeneinladen sollte, um euch zum Schwören auf mei-ne Worte und zu einer blinden Unterschrift bischöff-licher Entscheidungen und Verfügungen zu nöthi-gen. Ich weiß, daß nur der Stolze allein sey»und allein würben will, und daß die Schriftsagt: Wehe dem Mann, der allein ist! Ich weißdie eehre des Weisen, daß das Glück da ist, woder guten Räthe viel sind. Ich weiß endlich, daßdie Macht der Kirche keine weltliche Macht ist,daß ihre ganze Gewalt in der Heiligkeit, in derErleuchtung, in der Ueberredung und in weckenrGebrauch der geistlichen Waffen besteht, und Laßdas Reich, das Jeius Christus unrer uns errich-tet hat, keine Monarchie und noch weniger einedespotische Regierung ist. Gleicher Weise ist mir
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