Band 
Zweyter Jahrgang.
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Hauptursache hieven iß die Mühe und Sorgfalt, so mansich giebct, den Kindern sogar aus der ärmsten Klassedes Volkes eine gesittete und religiöse Erziehung zu geben.Ein andrer löblicher Umstand, der diesen Endzweck umvieles befödert, ist die schnelle Vollziehung der Gerech-tigkeitspflege. Ein Verbrecher bekömmt Nachricht vonseinem Tode, nicht aber von der Todesart, nur eine sehrkurze Zeit vor seinem Ende; und alsdann wird ihm alleArt von Speis und Trank erlaubt. Weibsleuthe werdenniemals gehängt, sondern nur enthauptet. Ein jederneuer Scharfrichter hat ein neues Schwert; ich sah imZeughause zu Bern verschiedene alte, der Ordnung nachaufgehängt. In den Zuchthäusern bestuhnd der grössereTheil der Arrestanten aus Weibsleuthen, die mit Arbei-ten beschäftigt waren.

Die größte Anzahl der Gefangenen machen die uneigent-sich sogenannte Galeriens aus. Denn die Schweitz hatbekanntlich keine Galeeren. Freylich werden einige Misse-thäter aus diesem Lande auf die zu Marseille geschickt.

Zu Lausanne befanden sich itzt keine Gefangene. DieKerker aber waren finstre Löcher. Da ich in ein jedesGemach trat , sagte mir der Gefangenhüter : Daß wirhier nirgends auf dem Grund wären , sondern daß sichüberall noch Keller unter uns befänden. — Bey meinerUnterredung mit Herrn Tissot , verwunderte dieser sichsehr über unsre Kerkerkrankheiten, und sagte mir: Ichwürde dergleichen in der Schweitz nicht antreffen; undsetzte noch hinzu: Daß solche, seines Wissens, nirgendsals in England bekannt wären. Dabey äusserte er mirseinen ganzen Beyfall, da ich ihm die letzte Verordnungmeldete, die das Parlament zur Erhaltung der Gesund-heit der Gefangenen gemacht; vorzüglich aber gefiel ihmder Beschluß davon, welcher befiehlt, die Zimmer öfterszu waschen , und überhaupt rein zu halten. Und wirk-lich,