Band 
Zweyter Jahrgang.
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Die Meinung der Vater ist ein untrüglicher Maaß-stab, nach welchem jeder Grad von Vortreflichkeit einerLffcntlichenErziehungsanstalt genau bestimmtwird. Dennso lange man die häusliche Erziehung für besser als dieöffentliche hält , wird kein Vater seine Söhne auf dieSchule oder Akademie senden. Also daß, wer eine An-stalt für alle Bürgerklassen errichten wollte, ste vortrefli-cher machen müßte als selbst die Erziehung welche diereichsten Bürger ihren Söhnen zu geben fähig sind. Ebendurch gute und allgemeine Erziehungsanstalten würde ei-ne der gefährlichsten Folgen des Reichthums gehoben,welcher, neben allen grossen Vortheilen, den allergröß-ten gewähret, daß die reichen Familien ihre Söhne bes-ser zu bilden vermögen als die weniger reichen, wodurchaber zugleich die gefährlichste Oligarchie, diejenige näm-lich eingeführt wird, welche anfänglich auf Verdienst ge-siützet ist, und nach zerstörtem Gleichgewicht auch ohneVerdienst bestehen kann. So könnten, aus Mangel all-gemeiner vortreflicher Erziehungsanstalten nach und nachwenige reiche Familien, mitten unter armen, unwissenden,verdorbenen Bürgern, eine unsichere ängstliche Macht be-haupten; bis, bey der ersten Gefahr, eine so schändlicheRegierung, und mit ihr die Republik, und jener edle Thronden die Tugend ihren Vatern gab, ins alte Nichts hin*abstürzen. Wären hingegen die öffentlichen Anstalten sogut als diejenige Erziehung welche die reichen Bürgerihren Söhnen geben können, so würde die wesentlichsteGleichheit, die der Sitten und der Aufklärung, sich un-ter uns erhalten, und mit ihr der Geist der Freyheitund die Macht der Republik. Nur durch solche Anstaltenwerden die patrizischen Familien ihre Rechte zu behaup-ten wissen, und «in armes adeliches Geschlecht nichtmehr so tief sinken, daß es, anfänglich wegen Armuth,hernach wegen den Sitten die eine Folge davon sind,