Band 
Zweyter Jahrgang.
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Der Dorfpfarrer ist in seinem Sprengel oft der allei-nige Gelehrte, und muß deswegen, gleich vielen Prie-stern , über alles entscheiden. Sein persönliches An-setzn, und also das Ansetzn der Religion selbst, steigenoder fallen nach dem Werth den ihm das Volk beyleget.Er allein kann dasselbe durch »»merkliche Schritte zu derVerbesserung des Ackerbaus'bewegen, und naher zuinZweck führen als die gelehrtesten Oekonomistcn mit ih-ren Gaucklersprüngcn. Er muß oft, wo nicht Krankeheilen, doch die vielen schädlichen Vorurtheile in Be-handlung derselben bestreiken, wozu ihn weder das Hebräi-sche noch die Polemik, sondern allein die Naturlehretüchtig machen kann. Die bcßten ökonomischen Schrif-ten sind nicht von gelehrten Hebräern noch von Abclar-den , wohl aber von einem Dik Verwand oder Schnei-der geschrieben worden.

Wenn eine genaue Kenntniß des Volks die erste Wis-senschaft eines Regenten, und die des Landes seine zweyteseyn soll, so ist unstreitig wahr, daß beyde nur von auf-geklärten und nicht von wortgelehrkcn Pfarrern könnenerwartet werden. Wie viele Schätze liegen nicht in denKräutern, in den Felsen und Wassern unsrer Alpen un-benutzt, welche nur diejenigen aufdecken können, die inallen Theilen des Lands zerstreut ein ganzes Leben zu-bringen. Auch die allcrnützlichstcn Entdeckungen sindnur demjenigen zugänglich der ein wenig von Chymieweiß. So setzt z. B. die Kentniß der Skeinarten etwasvon dieser Wissenschaft voraus; und hier und nicht inSprachwissenschaft ist ein wenig wissen schon nützlich.Die Natur hat, wie überall, so auch in der Ideenweltdie brauchbarsten Wissenschaften zugänglich, die andernschwer gemacht; sie bietet jedem Menschen Luft, Wassc-rund gesunde Speisen dar, und wenige nur graben Goldxnd Silber aus der finstern Gruft hervor. So kann