Band 
Zweyter Jahrgang.
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nur iu irgend einem ihrer so fruchtbaren Zweige! Dota»nik, Mineralogie, Lithologie, Meteorologie, oder dieÄn?Wendung dieser so nützlichen Kenntnisse auf den Landbau,auf die Hcilungskunst, selbst die Geschichte der Wanzen,der Schaalthiere oder Lionets Eraswurm, wäre nutz»licher als jener Ketzerkampf.

Ist denn nicht die Betrachtung der Natur die aller»erhabenste Theologie? Die Natur allein ist das grosseBuch wo die Eigenschaften des göttlichen Wesens gelesenwerden; sie ist der hohe Altar auf dem der Redliche Undder Philosoph dem Schöpfer würdige Opfer bringen.Nur die hohen Empffndungen, die sie allein gewähret,stimmen das Herz zu jenem erhabenen Ton, in welchemGottes Wort dem Gläubigen vernehmlich wird. DerSeelenhirt ist besonders bestimmt, mit der Natur undnicht mit Ketzern zu leben; und sein Gemüth sollte zurDankbarkeit und zu den seligen Empfindungen des Frie.dens und der Freude, nicht aber zum Streit und zuMenschenvcrfolgung angeleitet werden.

Auch ist die Naturgeschichte die untrüglichste Lehre»rill einer hellen Logik. Viele um das menschliche Ge»schlecht in diesem Fach wohlverdiente Männer sind zuden nützlichsten Entdeckungen auf der Bahn der vorkref»lichstrn Vernunftlehre geführt worden. Ihnen auf ebendieser Bahn nachzuwandcln, ist die allerbcßte Verstands»Übung. Denn der Geist wird, gleich dem Cörper, alleindurch Uebung stark; und wer Rlchtigdcnken durch Theo»rie erlernen wollte, wäre dem Narrn ähnlich, der durchirgend eine gelehrte Tanztheorie sich zum VSstris lesenwollte. Hingegen ist keine Uebung verderblicher als daseigentliche Disputieren und Polemisieren, wo der beßceFechter nicht die Warheit, sondern Verwirrung sucht,und seine Kraft, gleich dem Meuchelmörder , unr im Fin-stern fühlt.