Portugall; so sind nach finstere Kerker genug in anderenKönigreichen übrig , welche die Opfer männlicher Frey-müthgkeit, die Minister und Maitressen beleidigt/ zu ver-schlingen / drohen. Hundert Vorfälle dieser Art werdenvon eben den Schriftstellern/ welche der Welt die selte-nen, halbwahren, oft ganz verfälschten Geschichten vonJustitzmord in Rcpublicken vorpofaunen, vielleicht bloßdarum nicht gerügt, weil.Fürsten allein sich erlauben anFederspjtzcn mit dem Stocke selbst auf fremdem BodenRache zu nehmen. In Ansehung der Gcrcchtigkeitspfie-ge kann man vielleicht zugeben, daß keine weniger kost-bar sey ? als gegenwärtig die Preußische, und daß dieEnglische selbst Person und Eigenthum des Privat-manns nicht kräftiger schütze. Aber seufzen darum dieUnterthanen Frankreichs und so mancher anderen beson-ders auch deutscher Fürsten weniger unter gcldverzehrey-den ewigen Prozessen und gothischen Criminalformeln,die zu nichts dienen , als hungrige Advokaten mit demVermögen der Wittwen und Massen zu füttern? Klei-ne unverdorbene Republicken aber, denen vom Volkeabhängige Richter öfters blos nach den natürlichenGrundsätzen der Billigkeit Recht sprechen , würden wahr-chcinlich zu eignem Schaben mehrere Rechtsformclnwünschen, hinter welche die vielköpfigte Chikane sichso geschickt zu verstecken weiß und die so selten einSchild der Unschuld sind. Also auch in dieser Rück-sicht ist das Uebergewicht der bürgerlichen Freyheit,wenn man die Erfahrung zu Ratl^ zieht, nicht auf Sei-te der Monarchien.
Die grosse hochgepriesene Aufklärung der Fürsten,von der seit einigen Jahren ganz Europa redet, versprichtin der That in Ansehung eben dieser Freyheit keinegrosse Aenderung. Man kann mit Grund vermuthen,daß sie sich begnüge dem Unterthan die unentbehrlich-