Band 
Zweyter Jahrgang.
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und Ressourcen der Einwohner stehen? Der Reichthumdieser beyden Staaten und besonders der Wohlstand ih-rer niedrigsten Stande ist Bürge dafür, daß der Privat-mann dem Staate hier lange nicht verhältnißmaßig so-viel aufopfert, als die Unterthanen der europeischen Mo-narchen unfreywillig thun. Wo soll man also die un-endlich vielen Gesetze suchen, welche in Republickendie bürgerliche Freyheit einschräncken, und es in Mo-narchien nicht thun? Sollen es etwann die in ersterengewöhnlichen Somptuargesetze seyn, so kann man einwen-den , daß auch mancher grosse Fürst ähnliche eingeführthabe. Ucberdies wird sie jeder Republikaner als daskräftigste Mittel, die politische Gleichheit der Stände zuerhalten und dem Sitteuverfall vorzubiegen, verehren,so lange er weise und tugendhaft genug bleibt, umdem Wohl der Ganzen auch bisweilen erlaubte Vergnü-gen gerne aufzuopfern, welche in Monarchien oft mehre-re kränken als ergötzen, weil ihr Genuß auf die kleineKlasse der Reichen eingeschränkt ist. — Aber vielleichtglaubt man, die geringere Censurfreyheit die zum ewi-gen Vorwurf einiger Republicken gemacht wird , oderdie durch weniger Formeln als in Monarchien gesicher-te Unpartheylichkeit ihrer Gerechtigkeitspflege, werde dieangeführten Beschwerden und Lasten der Monarchienbür-ger aufwiegelt. So was zu behaupten wäre höchst seit-sam , besonders da bey näherer Untersuchung diese Vor-würfe sehr viel von ihrer Wichtigkeit und ihrem Nach-druck verlieren. Wenn in Berlin die Freyheit zu den-ken und zu schreiben, Danck sey es dem grossen Friede-rich ! gegenwärtig grösser als in irgend einer HauptstadtEuropens ist, (ich sage nicht ohne Vorsatz gegenwärtig,denn alles was Freyheit heißt bleibt in Monarchien im-mer ephemerischer Natur); so brütet hingegen die mörde-rische Nacht der Inquisition noch über Spanien un»