IV2Y
emporzuschwingen. Bezahlen etwann seine Unterthanenfett dieser.Eroberung weniger drückende Auflagen ; oderist nicht ihre einzige Folge , daß Preussen nunmehr eineMacht vom ersten Rang geworden, und durch Hundertetausend streitbare Männer , weiche die Zahl seiner ehe-maligcn vermehren , in den Stand gesetzt ist , an allenKriegen Europens Theil zu nehmen? Dieß ist aber umstreitig eine bittere Siegesfrucht für so viele Tausende,welche im Schoosse des Friedens Ruhe und Glückselig-keit suchen , und diese nicht nach dem Ruhm ihres Be-herrschers messen. Sollte man daher nicht den Enthu-siasmus, womit doch bisweilen ganze Nationen , womitbesonders die Bewohner Galliens für diesen Ruhm sichin tausend Gefahren wagen , im Grunde für Unsinn hal-ten ? Wahr ist es, für wohlthätigen Unsinn ; denn ohneihn würden Muth und Kraft zu jeder gemeinnützigenThat überhaupt in allen Gliedern des Staates erschlaf-fen , und ihre Herzen oft in asiatischen Sklavenschlum-mcr versinken. Ohne diese heilsame Degeisternng , wel-che freylich die Könige der Erde berechtigt zu ihren Un-terthanen zu sagen : blon vobis seä nobis vollern äatlsoves u. s. w. und die allein den Wahn unterhält, essey nicht einerley , was für einem Beherrscher man 40.Prozente seiner Einkünfte gebe, würde vielleicht gar diehundertköpfige Anarchie an die Stelle des Despotismustretten, und mehr noch die schrecklichen Blutsirome an-schwellen , welche jetzt die Ehrsucht weniger vergießt.Diese Wahrheit führt natürlicher Weise auf die von sovielen philosophischen Schriftstellern gemachte Bemer-kung , womit man oft den Despotismus der Fürsten zuentschuldigen glaubt : Die Unterthanen grosser Re ehemüßten nemlich nothwendig blindlings gehorchen, wenndiese nicht in Trümmer zerfallen , und das Menschenge-schlecht durch ewige Kriege aufgerieben werden sollte.