Band 
Zweyter Jahrgang.
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Dämme des Rechts und der Menschlichkeit bricht, nochsehr groß seyn kann. Denn schon die Geschichte lehrt,daß ohne Vaterlandsliebe oder blos politische Tugendviele Königreiche wo nicht immer, doch wenigstens sehrlange jenem politischen Tode entgehen können. Und inder That muß man die Götter der Erde wenig kennen,um nicht überzeugt zu seyn , daß die verächtlicheStaatskunst welche keine Triebfedern als Ordensbänderund Gnadengehalte zu gebrauchen weiß, und die sobequem und geschwinde erlernt ist, der monarchischenRegierungsform vorzüglich angepaßt sey. Warum soll-ten auch, wenn Ehre und Glanz Zweck des Fürstensind , diese Gegenstände nicht ebenfalls in geringeremGrade das Idol seiner untergebenen Räthe werden,da man den Trieb nach äusserem Schimmer sogar indem Nationalcharackter der niedrigsten Stände in mehrals einer enropeischen Monarchie bemerkt, dieser aberunstreitig von der romantischen Ruhmsucht einzelner Kö-uige gröstentheils herrührt? Ueberdies verlangten diemeisten Fürsten jederzeit, ihrem pcrsöhnlichen Interesseund dem Flor ihres Hauses, von welchem man unglück-licher Weise nur zu oft des Wohl der Unterthanen zutrennen weiß, ergebne Minister. Daher werden sooft,durch das Machtwort eines neuen oder durch Hofcaba-len Hintergangenen Gebieters, einsichtsvolle und dasStaatsintresse allein zu Herzen nehmende Räthe entfernt.An ihre Stelle kommen gewöhnlich Leuthe, welche stattpatriotischer Gesinnungen und gemeinnütziger Kenntnissenur die gefährliche Kunst besitzen , die Leidenschaftenund Schwächen deS Souvcrains zu benutzen. Wie zahl-reich find nicht an vielen Höfen die Schwärme glän-zender Ignoranten, welche die Halste ihres Lebens mitränkcvollem Bestreben um Würden zubringen , und inder andern Hälfte durch abgeordnete Creaturcn Stähe