Band 
Zweyter Jahrgang.
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ISZ8 ..

bewunderen , und die sie niemals im Taumel glänzen-der Höfe sich erworben hätten, verschwinden; wenn über-haupt schimmernde Talente mehr geehrt werden, als dieseltnere politische Tugend : Dann spielt der ränkevolleEhrgeitz Gewalt und Ansehen Wenigen oder einem Einzigenin die Hände, der bald die wolthatigen Bande vergißt dieihn ehemals an die Wohlfahrt des Vaterlandes fessel-ten, und sein Interesse von dieser unabhängig zu glau-ben anfangt.

Kann es also noch zweifelhaft seyn, daß die Frey-heit des Bürgers in jedem Staate überhaupt abnehme,wenn seine Staatsverfassung sich der monarchischen nä-hert, und daß sie hingegen wachse, wann diese, ohnein Anarchie auszuarten, der demokratischen näherkömmt?Es ist bewiesen, daß bürgerliche Freyheit in Republikenüberhaupt an sich gewöhnlich grösser, immer aber siche-rer sey als in Monarchien; und politische Freyheit, die-se Quelle so schätzbarer Vorzüge, ist ihnen vollkommeneigen. Beydes aber, vorzüglich die l tztere Art von Frey-heit , erzeugt und unterhält die Vaterlandsliebe, ohnewelche jede Republik ihrem Untergang sehr nahe ist.Daher kann man mit Recht sagen, daß politische Tu-gend die Haupttriebfeder der republikanischen Regie-rungsform sey; so wie von Monarchien, daß Ehre denMangel jener Tugend oft, ja beynahe immer in den-selben ersetzen müsse. Der berühmte Montesquieu ab-strahierte also unstreitig aus der Erfahrung, und ver-wandelte , freylich unlogikalisch, einen richtigen und frucht-baren Erfahrungssatz in ein politisches Axiom.

D, wyß.