;74 »»»»»MlWWMWM»
Gelehrsamkeit; auch fand er ihn gefällig und angenehmim Umgang.
Den 29. May kamen unsere Reisende nach Cassel. DerBaron von Donah und der Herr von Crousatz, jener alsOberhofmeister, dieser als Lehrer des Prinzen Friedrichs,stellten sie diesem jungen Erbprinzen, nachherigem Land.grasen vor. Sie spiesen bey Hofe. Von Kassel begabensie sich nach Hannover. Daselbst besuchten sie die Biblio,theck, von Leibnitz in Ordnung gebracht, besonders reichan historischen Werken und Leidnitzischen Handschriften.Sie hatten den Auftrag, zu dem Abbt von Lokom, Dr.Christoph Böhmer, zu gehn. Dieser gelehrte, gemäßigteund kluge Lehrer war der Vereinigung der Protestanteneben so günstig als es Leibnitz gewesen; mit Türretins Be.Handlung dieses Gegenstands schien er sehr wohl zufrie,den, hingegen bedauerte er, daß Mosheim die Dordrechstersynode als unübersteigliche Hinterniß zur Vereinigungansah. Böhmer glaubte, daß es Zeit sey, jene spitzfün.digen und müßigen Fragen überall fallen zu lassen.
Den i. Junius kamen unsere Reisende nach Bremen.Den 5. gleichen Monats waren sie schon in Groningen.Daselbst wurden sie von Varbeyrac aufs freundschaftlichsteempfangen. Er verschaffe ihnen Zutritt bey dem Baronvon Lew, einen eben so gelehrten als erfahrnen Weltmann.Verriet fand den simplen Gottesdienst der Menonilen sehrerbaulich. Bey den einen sah' er ordinirte Prediger;bey den andern wurde der Gottesdienst von Layen, ohneBeruf, ohne Besoldung, ohne unterscheidende Kleidungverrichtet Er kannte eine» reichen Handelsmann, derdas Prektgtamt bekleidete und feine Bruder und Schwe»kern aus Türetiiis und Werenfelsens Schriften belehrte.In Amsterdam bemerkte er bey aller Freyheit der verschie.denen Secten das Uebergewicht der Nationalkirche, indemnur hie Glieder von dieser allein Zutritt zur Regierung
/