chrung dieses unendlichen Geistes zurückführe. Eben die-ses ist nun diejenige Arzney, die wir Menschen zur Hei-lung verirreter Seelen, sowohl in der natürlichen als ge.offenbarten Religion brauchen müssen. So lange wir denMenschen nicht zu einem ernsthaften Nachsinnen über seineallcrwichtigste Angelegenheit bringen; so lange er glaubt,das sey sein edelster Vorzug , daß er denken und sich ein.bilden könne, was ihm gefällt, ohne sich an die Gesetzeeiner richtig denkenden Vernunft, und noch weniger andie ewigen und unwandelbaren Wahrheiten zu binden,die wir durch eine so gnädige Offenbarung aus jenemLichte empfangen, zu welchem sonst niemand kommenkann; so lange ein Mensch mit einer so ungebundenenFrechheit in seinem Urtheile verfährt; so ist k.in Gedankeso lästerlich, kein Irrthum so abscheulich, den er sich nichterlauben sollte, wenn nur seinem unordentlichen Herzendadurch geschmeichelt wird. Sollte es wohl möglich seyn,daß wir in eben diesen unsern so sehr gerühmten Tagen,bey so vielen eine solche gleichgültige Kaltsinnigkeit gegenalles, was Gott und Gottes ist, gewahren müßten, wenndie Menschen die unaussprechliche Grösse und HerrlichkeitGottes, so wie sie zu unsrer Zeit dem menschlichen Ge.schlechte zur Schau gleichsam dargestellt worden, mit ei.nein aufmerksamen Nachdenken betrachten würden? Könn.tcn die scharfsinnigsten Geister sich darüber befremden, wennihnen in den noch nicht vollkommen enthülletcn Rathschlüs-sen jenes ewigen Geistes so vieles unbegreiflich ist, wennsie den entsetzlichen Abstand unsers bißgen Vernunft gegenjene unergründliche Tiefe des göttlichen Verstandes zu Rathziehen würden ? Mit Einem Worte: Soll das Licht untrerAufklärung sich recht weit ausbreiten, so muß man allesthun, die den Menschen anerborene Trägheit zu besiegen;sie durch die reitzendste Vorstellung auf dasjenige aufmerk-sam machen, wodurch der gütige Liebhaber der Mensche»
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