Band 
Sechster Jahrgang.
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neu: Rachsucht der Feinde war an ihnen gekühlt, undräthlicher schien eS der Habsucht.

Um die Zeiten der Rückkehr der Bruder (zeuget dochjede Krankheit ein Mittel!) lag an Natoliens brennendemUfer Ehrmann. Schon verliessen die Hüter den sterben,den Sklafen. Lächelnd ward er den Käufern um wenigesGold, mit noch andern; aber auch wenige Hoffnung fürihn, Europa zu sehen. — So, wenn gesättigte Tiger vonihrer todebeglaubten Beute sich wenden, nun dieser desMuths belebende Strahlen wieder schimmern; erst zittertihr Roth am Scheitel der Berge, bald zerstreuen sie kräf-tig die schnellenkfliehenden Nebel; also wachet im Busendes lang geprüftten Dulders wieder der Himmlische auf!Das Schiff durchschnitt der Kreter Meer, wie Adler dieWolken. Die Kraft der heilenden Krauter stärkt' erschlaf-fende Nerven, und Balsam heilte die Wunden seinerHände —die Wunden der Seele heilt' der Gedanke, baldzu trinken die Luft der langgemisseten Heimath.

Glücklich endigt die Fahrt. Dem sorgsam pflegendenPater dankt er feurig; auch ihm war bisher EhrmannsGeburtsort tiefes Geheimnis: Doch jezt, als jezt sie schie,den am Ufer — zärtlich hatten sie sich wie Bruder umar-met » und ewig Dank und Freundschaft gelobt — jezrkonnt' er länger nicht schweigen: „Wiß', Amaird vonTryphon ist der an deiner Brust ligl, der sein Leben dirdankt, und traulich die Seele dir ausschließt. Ferne hin.ter den friedlichen Alpen, wo schäumend der Rhone sichden Fluthen des spiegelnden Lemans beymischt, daß Spu.ren seines trübenden Falls noch weithin sichtbar erscheinen,da steht dunkeler Ahnen.Stammschloß, Tryphon, erhe-bend sich auf marmornem Hügel zum Haupt der sandigenEbne — Lryphon, ach! zu bekannt! Weit glücklicher istwohl mein Fischer in dem niedern Hüttchen am Stranddes wogigen Rhone, der nur seines Geschäftes wartet und