Band 
Sechster Jahrgang.
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Schule war, so verwarf Haller- bald mit Unwillen dieseLogik und Philosophie, die mehr diente, sein Genie zufesseln, als seine Kenntnisse zu erweitern, und fuhr fortsich mit Geschichte, Poesie und überhaupt mit den schönenWissenschaften abzugeben; aber er beobachtete darin» nochimmer wenig Ordnung und Methode, so wie es von sei-nen Jahren zu erwarten stuhnd. Während diesem Auf-enthalt zu Diel fieng Haller eine Gewohnheit an, die ernachher sein ganzes Leben hindurch fortsetzte, nämlich seineMeinung von den Büchern, die er durchlas, aufzuschreie' den und weitläufige Auszüge aus denselben zu machen.Auch wurde durch die romantische Gegend sein dichterschesGenie angefeuert, und er machte verschiedene Stücke inepischem, dramatischem und lyrischem Styl. Er war umdiese Zeit so ganz in dieses Lieblingsstudium vertieft, daßer, als in dem Haus, wo er wohnte, Feuer ausbrach,in sein Zimmer stürzte, seine Poesien rettete, und seineübrigen Papiere ohne sonderliches Bedauern den FlammenÜberließ. Als nachher bey reiferm Alter auch seine Beur-theilungskrast reif geworben war, hörte man ihn oft sa.gen: Er habe diese Schriften, welche er damals für dieschönsten Produckte des meuschlichen Genies hielt, ausdem Feuer gerettet, um sie in einer folgenden Periode,als seiner Feder unwürdig, selbst zur Vernichtung zu ver-urtheilen *).

N) Viele seiner Lebensbcschreiber haben diese beyden Thatsachenmiteinander verwechselt, und aus natürlichem Hang zur Vergrös-sernng behauptet, daß Hallen mit einer über seine Jahre hin-ausgehenden Grösse des Geistes, in der festen Ueberzeugung,durch Poesie würde der Geist vou ernsthaftem Beschäftigungenabgezogen, in Diel seine poetischen Arbeiten verbrannt habe; dagerade das Gegentheil geschah. Er rettete seine Gedichte vor-zugsweise vor seinen andern Papieren, und verbrannte sie nach-her , weil sie seinen Ruhm verdunkelt haben würden, obschon sieals Jugendprpduckte nicht ganz ohne Verdienst waren. Ich bin