Band 
Sechster Jahrgang.
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Im I. 1725. begab ffch Hallcr nach Leiden, wohinihn der grosse Ruf Boerhaavens zog. Hier fand er einweites Feld seine Talente zu entwickeln, und seinen Geistauszubilden. Er wurde unter seinen Mitzuhöeern Boershaavens Liebling, und durch dessen Beyspiel und Auf-munterung in seiner wachsenden Neigung für Botanik be»stärkt. Die medicinischen Vorlesungen seines Lehrersschrieb er mit einer solchen Genauigkeit auf, daß nachhereines seiner nüzlichsten Werke dadurch veranlaßt wurde.Unter Albmus, der eben anfieng berühmt zu werden, unddem verehrungswürdigen Ruysch, der die Kunst anatomi-sche Präparate einzusprizen so sehr verbesserte, setzte er seineanatomischen Studien fort- Der schlechte Zustand seinerGesundheit, der wahrscheinlich von seinem unmäßigen Fleißherrührte, oder wenigstens dadurch vermehrt wurde, be-wog ihn zwey seiner Landleute durch einen Theil vonDeutschland zu begleiten. Bey seiner Rückkehr 1726. nahmer, obschon erst neunzehn Jahr alt, den Doktorgrad anund publicierte bey dieser Gelegenheit seine Jnauguraldis«sertation ele OrrÄr, Oi/i'h'rvrLr'a-ro.

Im Jahr 1727. besuchte er England, wurde von Ehe-seiden, Douglas und Sir Hans Sloane sehr gut auf-genommen, und vermehrte unter Aufsicht dieser berühm«ten Männer und durch fleißiges Besuchen der Spilhälerseine Kenntnisse in der Medicin und Wundarztneykunst. InParis, wohin nun zunächst seine Reise gieng, studierte erunter Geoffrop und Iüßieu Botanik; unter le Dran,und Vinslorv einem berühmten Wundarzt, Anatomie.Vinslorv war in der That sein liebster Lehrer, an den ersich mit besondrer Zuneigung hielt; den er seinen Schü-lern als das beßte Muster zur Nachahmung empfahl, weiler sich in der Anatomie an kein System binde, sonderntreu und einfach beschreibe, was er selbst an den zerglie-derten Körpern bemerkt habe.