ermüdeten Fleiß sortierte» der ihn nie verließ. Von Ta-nrerarius lernte er die gesunden Grundsäze einer vernünf-tigen Philosophie, welche uns lehren erst zweifeln, unddann glauben; und welche auf einer Seite eben so weitvon der Leichtgläubigkeit, als aus der andern vvm Skep»tizismus entfernt sind. Die Vorlesungen des d» Vernoybrachten ihm zuerst Geschmack an der Botanik bey. undin dem Studium der Anatomie machte er so schnelle Fort.schritte, daß sein Lehrer aus verschiedenen Abhandlungenseine künftige Grösse in diesem Fach vorhersagte. So starkund unveränderlich auch seine Zuneigung für diese beydenZweige der Naturgeschichte war, so meldet er doch von sichselbst, er habe sich r-rv/eä seiner Nakur zuwider,
darauf verlegt; auf Anatomie, odschon ihm böse Gerücheunerträglich waren ; aus Botanik, ohngeachtet er äusserstkurzsichtig wan. In Tübingen zeigte er auch vorzüglicheKenntnisse in der Mineralogie durch Widerlegung desTourncfort, der den Foßilien irriger Weise eine vegetie-rende Kraft zuschrieb.
Während seinem Aufenthalt auf dieser Universität gaber einen B weis von früher Beherrschung semer Leiden»schalten; ein schwerer Sieg für einen Jüngling von leb«haftem Gefühl und feuriger Einbildungskraft. Eine einzigeAusschweifung, zu welche er durch das Beyspiel seinerKameraden hingerissen wurde, machte aufihn, der nicht we,niger wahrer Tugendliebe, als aufrichtiger Schaam em.pfävglich war, einen so starken Euibruk, daß er sogleichden Entschluß faßte, sich des Weins zu enthalten, undeine strenge Genauigkeit in seinem sittlichen Betragen be.folgte, wodurch die Behaupiung seines französischen Lob»redners deS Marquis von Tondorcet einen hohen Gradvon Wahrscheinlichkeit erhält, daß er aus einer Familieabstamme, wo Frömmigkeit, sozusagen, erblich sey.