Seine erste uns bekannte schriftsteücrfche Arbeit ist dieschon oben angeführte Erzählung der Schlacht beyRavenna. Aus allen Zeilen derselben leuchtet der leb-hafte Kopf/ und der feurige Patriot hervor. Eben soaus seinem Fabelischen Gedicht von einem Ochsenund etlichen andern Thieren, welches ungefehr in dennämlichen Zeitpunkt gehört / und im Gewand einer nichtunfeinen Allegorie/ dabey aber freylich in höchst mittel-mäßigen deutschen Versen/ die Nalion über das ewigeHins und Herschwanken ihrer damaligen äussern Kriegs-dienste scharf genug züchtigt. Auch sein sogenanntes La-byrinth, eine ganz artige/ mit viel saryrifcher Laune ge-schriebene Anwendung von Theftus Fabel auf die Müheund Arbeit, womit unser Leben auf Erde begleitet ist,muß man ohne Zweifel zu seinen Juvenilibus zählen.Und baß er alle diese drey Aufsätze selber vor gering ach-tete, erhellet daraus / daß die Ravcnncrschlachr zum er-stenmal A". 1611. 20)/ das Labyrinth kaum vor einemDczcnnio 2i)/ das Fabelische Gedicht aber vollendsnoch niemals das Licht erblickt.
Von Zvoinglins Briefwechsel in dem vor uns haben,den Zeitpunkt / haben wir schon oben seinen Verkehr mitvadian vernommen. Nun wollen wir weiter ihn sel.her und feine übrige» Freunde hören.
Da schreibt ihm schon A°. i;io. Glarcan (Hein-rich Lorit) noch aus Tolln, und kann ihm nicht ge,nug sagen, welch ein angenehmes Geschenk für ihn feinesUlrichs Briefe seyn / die / mit dem feinsten Salze ge.würzt / von jeder Grazie über und über stießen. Da wisse
20 ) In Fi-edci'r 8crixt. ker. 6erman. 1. III. x. iri. L kegg.und iu der neuem Ausgabe x. 137-46-
21) I" Meisters Beytragen zur Geschichte der deutschen Sprache,I. Th. S. 28;. auS der Urschrift; und tu die neuere Spracheübergetragen in Bodmers Litterar. Denkmale». S- 190-s;.