Philosophie für Schulen.
Unter Schulen verstehe ich jede öffentliche oder Privat,anstatt, durch welche vorzüglich der Verstand der Jugendbey Erlernung der Realkeuntnisscn sollte gebildet werden.Was ich sagen werde, paßt also auf alle Gymnasien, auchauf alle niedrigern Schulen, wo man Geschichte, Reli.gion, Rechnen u. s. w. lehret.
Was Philosophie sey, macht jetzt Mähe zu bestimmen,indem es so vielcrley bedeutet, daß es beynahe auf allespaßt. Der Ausdruck selber ist griechisch; ein Deutscher,der ihn zuerst höret, kann nicht einen einzigen Begriff da»mit verbinden, und doch drücket eS etwas aus, das je.dem Menschen, der gesittet heissen will, nothwendig ist.Es würde zu vieler Bestimmungen und Einschränkungenbedürfen, dieses Wort für Schulen einzurichten; man er.laube mir ein anderes vorzuschlagen, welches meine ganzeAuseinandersetzung abkürzet.
Gründlichkeit ist jedem Menschen nothwendig. Soll ichdieses beweisen? Jede Fertigkeit ohne Gründlichkeit strau.chelt oft; wer den Grund nicht weißt, richtet sich niemalsnach der Natur der Sache, und fehlet und schadet sichund andern vielmals. Der Grundlose ist eine wahreMaschine; Gewohnheiten und Eindrücke machen ihn Han-deln, Denken und Empfinden; der Gründliche allein istMensch, denn er allein brauchet das vorzüglichste imMenschen, den Verstand, der nichts anders als Gründ-lichkeit ist.
Dieser Ausdruck giebt uns einen schönen Ausdruck fürLogik, welche nichts anders als Gründlichkeitslehre ist.Wie auffallend ist die Erklärung der Logik: Lehre die Wahr.heit zu finden; da die größten Logiker sich am heftigsten
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