Band 
Sechster Jahrgang.
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machen 8), und seines Raths zu pflegen. Cr fand, daß,nachdem der König sie einmal in der Eigenschaft von Ab-gesandten erkennt, die angebotenen Curialien sich damitnicht reimen, und daß sie Recht haben, mehr zu federn.

Während dem die Botschafter auf die Rückkunft ihresCouriers warteten, brachten sie den größten Theil ihrerZeit mit Befthung der Merkwürdigkeiten der Hauptstadt 9),

r) Nach der Regel hätte der Freyherr von Spanheim — wie ersich zuweilen betitteln ließ — ihnen den erken Besuch machensollen. Sein Herr hatte ihm ausdrückliche» Befehl gegeben, sichder schweitzerfchen Abgesandten anzunehmen; das er zugleichauS Neigung, und desto eifriger that, weil ihr Geschäft dieStadt Genf, woher cr gebürtig war, berührte. Auch setztenihn feine Einsichten und seine Klugheit, wodurch er sich am fran-zösischen Hos viel Achtung erworben hatte, in Stand, gutenRath zu ertheilen.

Mit andern fremden Minister» hatten die unsrigeu keineGemeinschaft. Der holländische schien sie auszuweichen; seyes, weil er sah, daß sie ihren Charackter nicht behaupten konn-ten , oder weil sein eigener nicht völlig anerkannt war. Demkaiserlichen bevollmächtigten Minister anerboten sich die unfri-geu, einen förmlichen Besuch zn machen, wenn ihnen derselbewürde zurückgegeben werden; allein der Graf von Lobkowitzwollte sich zu keinem Gegenbesuch in Form« anheischig machen.Es würde (sagte er) dem französischen Hof Trutz bieten heis-st» , wenn cr die Schweiger als Abgesandte erkennte, wahrenddem ihr Ceremonialstreit noch unerörtert sey. Späther, wieman unten sehen wird, ließ sich dieser Herr in einem andernTone vernehmen.

9) Seit 166z. wo Esther zu Paris gewesen, hatte sich diese Kö-nigsstadt bis zum Erstaunen geändert. Vorzüglich ward auchseine Aufmerksamkeit durch daS Denkmal angezogen, daS derHerzog von Feuillade, Ludwig dem Grosse» ru Ehren, aufdem Siegesplatz hatte setzen lassen. »Kaum,,, schrieb er aneinen seiner Freunde, „kann ich glauben, daß eine solche Ab-«gökterey .«»gerochen bleiben, und nicht bald die göttliche Ge-