Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
20
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LQ

römischen Hora; gefallen könnten,die Ode bekannt ist :

Des Frülings Gesell , Zcpbyrens günsti-ger Hauch

Erfüllet nunmehr,der Segel schwellendenBanch

Beianfligt da? Meer ; kein Frost versteinertdie Auen;

Kein schämender Strom schreckt uns mit rau.

chendem Grauen.

Der weiß, daß ich nicht zu viel gesagt ha-ba. Dazu hat dieser Herr vom Mäcenasnur die lobenswürdigen Eigenschaften, mitwelchen er des Agrippa militärische verei-nig! dre dem Lieblinge des Augustus gänz.lieh schielen.

Hamburg. Der Herr Pastor Böldickein Spandau hüt wegen seiner Theodicee ei-nen neuen Gegner an unserm berühmtenHerrn Rccror Müller gesunden, welcher einebescheidene Örüffung auf is Bogen inBrands Verlag heraus gegeben , und zu-gleich dem Herrn Conststorial-Rath Gottenzu feinen neue« Ehren-Aemtern Glück ge-wünschet hat. Nach einer Einleitung von; Bogen schreitet der Herr Rector zur Haupt.Sache. Seine Schrift bestehet aus zweyTheilen. Die ewige Verdammniß der Gott-losen ist mit der Güte GOrteS schwerlich zureimen. Es ist bekannt, daß man sonder-lich in den neuern Zeiten ffch Mühe gegeben,die Zweifel zu heben. Wir wollen jetzt nichtanführen , was Herr Cantz und andere ge.than. Herr Böldicke behauptet, daß durchdie Marter der Verdammten die angenehmeEmpfindungen bey den Seligen, welche oh-nedem schon die allergröste Glückseligkeit be.sitzen , vermehret werde. Der Herr RectorMüller antwortet darauf, daß ein Bayleund andre läugnen können, daß es aus derblossen Vernunft auszumachen sey, wie eömit der Güte GOttes , wenn man dieselbeallein betrachtet, und mit der Vollkommen-heit der Seligen übereinkomme, so vieleTaufend ia alle Ewigkeit martern zu lassen,

dtrmit ihre angenehme Empfindungen durchdie Marter der Unglückseligen erhöbet wär.den. Ia , sagt er , sie werden läugnen,daß die ewige Marter der Gottlosen zur Ver-mehrung der Seligkeit erfordert werde.So wenig ein Vater ein würkliches abscheu-liches und unendliches Uebel über ein un.gerathenes Kind verhängen kan, damit dieangenehme Empfindungen seiner wohlge-rathenen Kinder vermehret werden ; eben sowenig kan man es von GOtt sagen. Wenndie Seligen nur so billig sind, als tugend-hafte Erd - Bürger, so werden sie mit ihrerGlückseligkeit, die sie ohnedem aus Gnadenerhalten, zufrieden seyn müsse» , und keineMarter ihrer Bruder zur Erhöhung ihrerGlückseligkeit verlangen. Es würde sonstwenig Unterscheid zwischen ihrer und derVerdammten Gemüths - Beschaffenheit seyn.Der Herr Rector urtheilet, es schicke sichvor die Seligen besser, daß sie selber zuwei,len lieber einigen Schmerz empfinden müß-ten , so oft sie es nöthig erachteten, umihre Annehmlichkeiten zu erhöhen, als daßandere diescrwegen unaufhörlich sollten ge-quäkt werden- Denn was wir au unsleibst erfahren, empfinden wir am stärksten.Herr Böidicke will die ewige Verdammnißauch zweylens also mit der Güte GOttesreimen , daß die Zahl der Verdammten klei-ner sey als der Seligen, wenn man die se-ligen Emwohuer aller andern Planeten da-zu rechnet. Ja die Verdammten werdennicht einmahl alle einen gleichen Grad derVerdammniß fühlen, sondern nur einigewenige werden anfdas härteste gequäkt wer-den , dieß ist auch eine Glückseligkeit in An-sehung derer, die weniger Streiche leiden.Allein, es ist die Frage noch, ob wir auseinem unaewissen Satz etwas schließen kön-nen ? Laß es seyn , daß die Planeten be-wohnet sind. Wer kan denn sagen, daßdie Einwohner anderer Planeten gar nichtgesündlget. Einige Gottesgekhrte nehmenfreylich, weil sie das beste hoffen, mit demHerrn Böldicke an , daß die Zahl der Seil-,gen grösser styl, werde als der Verdammten;

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