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Gottsched Hat bekannt gemacht , daß er desgrossen Lcibnitzcns Schriften in einem gu-ten Folio init seinen Anmerkungen heraus-geben woitte. Sie hüben den Nachdruckdieser Worte in einem guten Folio völligeingesehen , und sich im Geist schon vorge-geffellt, wie Pegasus unter der Last diesesguten Folio würde zu Boden linken. Eswar dem Herrn Proscss. nicht genug zu sa-gen, wie man sonst in der ganzen Christen-heit zu sagen vss'get , er wäre willens dieSchriften eines Verfassers herauszugeben; ermuste hinzusetzen, die Herausgabe würde inFolio vorgenommen werden , und damitdieser in Fostv nicht etwas gewöhnliches zufern schiene , welches eines so derühnileuMannes, als Leiblich , und eines so qclehr,ten Herausgebers unwürdig wäre, so wardieser sorgfältig einen grossen gnten in Foliozu versprechen; welcher sich durch seine Masseein Ansehen erwerben könnte. Der Mar,qu s d'Argens , Mauvillou der Sprach,Meister i-.nd Erlebach der Conrector rüstenaus einem Munde: Sehet ihr da den Deu-tern , der ewiglich an dem äusserlicbe» , andem förmlichen, an dem mechanischen hängtlDer Conrector bezeiget eine grosse Begierdeden ungebetenen Herausgeber mit seinem inFolio, den er durch seine Anmerkungenichändet, in das Meer der Vergessenheit stür-zen zu lassen; indem er ihm durch Leibnitz,den seine arme Dienstferligkeit verdrüßt, ei-nen Stoß mit dem Fuß auf den Hinterngeben lassen will. Er wird dieses in einerErdichtung thun, so bald er mehr Zeit übrighaben wird, seinem poetischen Zorn gegendie Einwohner des Gcgenvarnaffes wiede-rum den Zügel schiessen zu lassen.
Halle. Es ist etwas natürliches, daßehrlicbende Leute, die an grossen Titeln,»nd Glücksgütern Mangel haben , sich mitWerken des Geistes empor zu beben suchen,damit sie von denjenigen, welche eine guteMeynung von ihren Talenten haben, vor-nehmen Herren gleich geehcet werden. DerNahme eines witzigen und gelehrten Mannes,
den sie haben , vertritt bey ihnen die Stelleeines Ordensbandes, oder einer Kutsche mitsechs Pferden bespannet Der Dechant Swiftbat an einem Orte bekannt, daß er sich nim-mer so sehr bestrebet hätte, steh mit geistrei-chen Werken einen Namen zu machen, wem»es ihm nicht an dem Titel eines Lords ge-fehlt halte. Aber ist es nicht etwas aus-schweiffendes an Männern, welche Titel,Ordensbänder und Kutschen mir sechs Pfer-den besitzen , welche sie von dein grossenHaussen genug unterscheiden, baß sie sichüber dieses mit den Vorrechten und den Gar-ben des Geschmackes und der Wissenschaf-ten, die sie so gut entbähren können , gesetzt,daß sie ihnen noch so eigen sind, groß undeinen Nahmen machen. Ich wollte denvornehmen Ueberfetzcr der cvnliäei-mionrtlee Lsnlo; sso la Arsncieur lle Lome, gernefragen , ob er sich kein Gewissen mache,diese Arbeit nicht allein zu unternehmen,sondern, was noch unvergnüglicher ist , sieaus eine Art auszuführen, welche den tteber-sttzern des Baile, und des Addissons den Na-men hätte verschaffen können , den sie mitihren Uebersetzungen vergebens gesucht ha-be« , und den sie ltzo noch vonnöthen ha-ben. Sollte er nicht die Barmherzigkeit anihnen gethan , und seine Arbeir ihnen abge.treten haben ? Wie sollen künftig die Ge-lehrten sich durch das Elend des mensch,lichen Lebens und ihres eigenen schwachenVerstandes durchschlagen , wenn die Bielc-felden sich nicht schämen» ihre Neigung zuden Musen, und die Gunst, in welcher siebey diesen stehen , aller Welt zu offenba-re» ; wie, wen» das Erempel dieses wah-ren Freundes der deutschen Musen anderemehr verführt , denselben getreuer zu wer-den , und sich mehr Mühe zu geben sie inihrem Vaterlande angenehm und werth zumachen l Brandenburg stehet diesirwegen ingrösserer Gefahr, als andere Reiche Deutsch-landes < und ich könnte, wenn ich wollte,einen Mäcenas aus diesen Gegenden mit Na,men nennen , welcher mit seinem Horaz indie Wette solche Oden singet, die dem altenC r römi.