Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
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weder auf dem Titel noch in der Vorrede diegeringste Anzeige gethan, daß noch ein odermehrere Bände nachfolgen sollen. Unter-dessen muß es doch die Absicht des HerrnVerfassers seyn, sonst hätte er seinem Buchediesen Titel nicht geben können, denn Nea-polis, Savoyen, der Kirchen-Staat, (wo-von Puffendorf keine Historie, sondern po-litische Nachricht geliefert) Tvicana, Vene,dig, Mvdena, Mantna, Parma, May-land, Genua, Schweitz, Ungarn, Böh-men , Preussen gehören auch zu Europa,Siebenbürgen und der Slavischen Länderin Jllyrien nicht zu gedenken. Es ist wahr, ineinem Theil dieser letztem Reiche hat der Hr.Verfasser zu seiner Arbeit nicht so viel Urkun-den und Vorgänger, allein wer zum Wachs-thum der Wissenschaften arbeitet, wähletsich nicht lauter solche Materien , die schonziemlich ins Licht gesetzt, und woran sichviele Zedern schon müde geschrieben haben,sondern er nimmt solche vor die Hand, dienoch nicht sehr bekannt, und doch würdigsind bekannter zu werden. Es gehet mit vie-len Scribenten, wie mit den Seefahrern,wenn diese einmal ein Land entdeckt, daraussie einen zulänglichen Profit ziehen, so sindsie um weitere Entdeckung fremder Ländernicht bekümmert. Wir zweifeln nicht, derHerr Verfasser werde in der Historie vonBöhmen uns eine nähere Nachricht von demalten und grosse» Moravische» Reich geben,wovon einige schöne Anmerkungen in de?grundgelehrten Hassens klwspkoro Mfforiu-rum an getroffen werden. Nicht weniger hof-fen wir auch, der Herr Verfasser werde in derHistorie von Ungarn, die Hunnen, Awareuund Hungarn » die auch Ugri hiessen, undvon den morgenländischen Griechen "surcLoccillencslcr genennet wurden , von einan-der unterscheiden, welches von so vielen Skri-benten vernachläßiget wird. Solle es auchdem Herrn Verfasser gefallen, in einem de.sondern Bande die Geschichten der deutschenFürstlichen Häustr zu liefern , so wäre un-tere Meynung, die erste Stelle der Geschich-te der Kayser von Richard» an einzmäu,

men; denn diese Kayser. Geschichte wirdunsers erachrens füglicher zur Particular- alsUniversal-Histone gezogen. Denn von demImerreZno an läuft die Geschichte der Für-sten und Republicken in Italien und Deutsch-land mit der Kayser-Historie dergestalt ya-»Ilel , daß jede eine besondere Abhandlungverdienet; da hingegen die Historie der Jav-ier vor dem imerre^no, oder welches bey-nahe einerley ist, die Geschichte von Italienund Deutschland vor diesem Zwiftbenreichfüglicher zur Universal - Historie gerechnetwird, aus Ursachen , die ein jeder leichtfinden wird, der die Beschaffenheit der Kay-ser und ihrer Macht in Erwegung ziehet,die man aber den Römisch-Deutschgestnn-ten hier nicht gern sagen mag. Ist für i ff.48 kr. zu haben.

Folgendes ist also eingelauffen.

Franckfurt am Mayn. Sinceriwahrmund Untersuchung der Frage :Ob nach der gemeinen Meynung deralten Heyden , die Götter selbsten dieOpfer-Mahlzeiten hätten verzehrenhelffen?

s. k. Es hat der berüchtigte Collin (*),um zu beweisen, daß fast in allen Religio-nen Gauckelfpieler- Streiche getrieben wür-den , welche von den Betrügereyen der Geist,lichen ein Zeugniß ablegten , unter andernauch dieses zum Beweise angebracht: Esfcye bey den Herden , unter dem gemeinenVolk, eine allgemeine Meynung gewesen,daß die Götter selbst vom Himmel herabstiegen, und die Mahlzeiten verzehren hüls.fen , die ihnen die Priester auf Unkosten desganzen Volks zugerichtet. Die Absicht, wel-che Collin hierbey heget, ist aus allen Um.ständen leicht zu errathen. Der Leser sollden Schluß machen : Da man fast in allenReligionen dergleichen abgeschmackte Dingefindet, und darinnen einen Glauben widerdas Zeugniß der äusserlich«» «Linnen for-dert , welcher entweder von betrügerischenPriestern, um des Gewinnstes willen, odervor» eitlem weltlichen Regenten aus dem

Grunde