Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
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100
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(**) Man wirb mir bey dieser Folgerungkeine Uebereilung;ur Last legen, wenn manerweget, baß nicht allein der mehrgedach,te Dippel und der Auctor der vierzehenFranzösische» Sendschreiben 8ur l'Lcst äessmL5 scpsree; ste Oorp; die Wiederbrin,gung aller Dinge auf diese kyzrorkestn ge-bauet: »GOtt habe nur seine Güte durch»die Werke der Schöpfung in Mittheilung»aller möglichen Vollkommenheit offen-wahren wollen ; und würden dahe-»ro selbst die Straffen nach diesem Le«»ben keinen andern Zweck haben, als»daß die Verdammten dadurch , als Arz-»ncy-Mittel , von der Unreinigkeit und»Krankheit der Sünden gereiniget , und»zur wahren Vollkommenheit durch die»Rückkehr zu GOtt gebracht werden»möchten »; sondern auch der Groß-Va-ter der barmherzigen Bruder, Origenes,hat schon , um die Ewigkeit der Hollen-Straffen zu zernichten, dieselben alsHülfs-Mittel zur Vollkommenheit zu ge,langen, angegeben, mithin nur, nachunserer Sprache zu reden , den äusser«Endzweck der Straffen mit diesen Welt-Weisen angenommen. Denn so schreibter im vierten Buch von der Wahrheitder Christlichen Religion Cav. II. §. r.»Unsere Absicht ist , das menschliche Ge-schlecht zu bessern. Um dieselbe zu er-»reichen, drohen wir einigen die Strassen»jener Welt, die , unserm Bedünken»nach , zum Besten der Welt nothwendig„sind, und vielleicht gar denen, die sie»treffe», keinen Schaden bringen werden.»Und was er hier unter zweifelhaften undzweydeutigen Ausdrücken verstecket, dassagt er ganz deutlich im dritten Buch,Hauptst. io. §. XXl. S. 149. »Daß,„nemlich, GOtt kemeswegeS den Bösen,»die er straffen will, ihre Vernunft, oder»gar ihre Einbildungs- und Emvfindungs-»Kraft nehme; sondern daß vielmehr die„Leiben und Straffen , womit GOtt die»Sünder züchtiget, heilsame Arzney Mit-tel seyen , wodurch sie sotten gereiniget

»und dahin gebracht werden» daß sie wie-»der zu GOtt zurück kehren. „ Ueberwelche Worte der um unsere Kirche hoch-verdiente GotteS-Gelehrte und nunmeh-riger Cantzler zu Göttingen , Herr Moß-heim, diese nervöse Anmerkung beyge-füget hat: „Hier offenbahret Origenes»beyläuffig seine Meynung , daß die»Straffen GOttes , und also auch die»künftigen Straffen der Hollen , nichts»als Miitel seyen , wodurch die See,»len gereiniget und geläutert würben.»Wer so von den Höllen - Straffen den.»ket, der kan nicht glauben, daß sie nie,»mahls aufhören werden. Eine Reini-gung kan nur eine gewisse Zeit wäh-»ren.» Ich meyne aber, eine Straffe,die nur die Besserung zum Zweck hat,kan auch nicht länger währen, wenn dieBesserung erfolget ist.

(***) I. c. 6e civicsre vci §. 8;. 84 . 8s.Lvr.

(****) s. des berühmten und scharfsinnige«Herrn l). Keusch» l'keoloZ. rcvelsr. §.ctecxxxix. p. 5S--. sey.

§- 9 . Da ich mit dieser Anmerkung aufnichts weniger abziele, als diesen Männer«dergleichen Lehr-Sätze aufzubürden, sondernvielmehr das gute Zutrauen zu ihnen hege,daß sie der Wiederdringung aller Dinge nichtzugethan, vrelweniger aber der Lehre vonder Nothwendigkeit einer Genugthuung, undder daher rührenden Nothwendigkeit cineSErlösirs, worauf sich das ganze Lehrgebäudeunsers Christlichen Glaubens gründet, abge-neigt seyen; so schmeichele mir mit der an-genehmen Hofnung, es werde diese wvlmcy,nende Erinnerung, welche nichts anders alsdie Erforschung der Wahrheit zum Zweck hat,wohl aufgenommen werden» und bey diesengrossen Kennern der Welt - Weißheir so vielwinken, daß sie meiner Schwachheit aufzu,heiffen , und durch eine nähere Erklärungder mir anstößig scheinenden Sätze, meinenetwanigen Verstoß und Mißverstand zu entde-cken , es sich gütigst werben gefallen lassen.

Zuver-