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oder gar nichts gelegen ist, enthalten, einer-ley vielmal wiederholen , und dadurch beyden Lesern Eckel und Verdruß erwecken.
Wie nun dieses alles keiner mathematischenDemonstration nöthig hat , so ist hingegenzum Glücke unsrer Zeiten offenbar, daß die-jenigen Wissenschaften , welche durch eineverbundene Gesellschaft gelehrter Männer ab.gehandelt zu werden das Glück gehabt, allezeit mehr Licht und Unmangelhaftes gezeigct,als die , so nur von einem einzigen, obgleichsehr gelehrten Manne , zu erklären unter-nommen worden. Der Bewe>ß davon liegetin der Einschränkung des menschlichen Ver-standes , der Kürze des Lebens, und über,Haupt in dem bekannten Sprüchworte,»culi plus viäem, c^usm oculun.
Nach dieser Erkenntniß haben stch auch,säst in so vielen Ländern, als unser Europain sich fasset , gelehrte Männer in Gesell,schaften zusammengethan , diese oder jeneWissenschaft und Kunst gemeinschaftlich undgründlich untersuchet / und ihre gemachtenEntdeckungen und gegründeten Beobachtun-gen der Welt mitgetheilet. Dieses zu bewei-sen wäre eben so umiölhig, als bey HellemMittage ein Licht anzünden ; da die nützli-chen Unternehmungen und Arbeiten so vielerGesellschaften gelehrter Männer / diejenigenungerechnet / so von grossen Potentaten ge-stiftet worden und unterhalten werden / allerWelt vor Auge» liegen.
Vornehmlich hat uns England, welchesan gelehrten und scharfsinnigen Männern ei-nen Ueberfluß hervorbringet, vermittelst sol»cher Gesellschaften bereits verschiedene gelehr-te Werke in einer besondern Gründlichkeitund Vollständigkeit geliefert / die wir ausser,dem vielleicht noch entbehren würden. Undeben einer solchen Gesellschaft haben wir auchgegenwärtige Sammlung von allen Reisebe-schreibungen, so viel deren von allen bekann-ten Nationen herausgegeben worden, zuver anken.
So weitläuftig ihr Vorhaben ist , da siemit den ersten Reisen der Portugiesen zuneu n Entdeckungen, mit Anfange des > ? teuJahrhunderts, und zwar mit 141z den An,
sang »rächen ; und biß zu unsern Zeiten fort-fahren ; so sind sie doch nicht Willens, dieBände dieses Werks biß i»s Unendliche zuvermehren. L-ie haben sich deßwegen einebesondere Methode vorgeschrieben. An statt'eines jeden Reifenden Beschreibung ganz, wieer sie herausgegeben hat, hinzusetzen, habensie dieselbe in sein Tagebuch , und seine Be-gebenheiten und Anmerkungen abgetheilt.Das erste geben sie ohne Vermischung. Dasandere schalten sie mit den Anmerkungen Ver-ändern Reisenden in eben denselben Länderwein, und führen, bey jeder den Namen ihresUrhebers an. Was endlich die. Begebenheitten der Reisenden beirrst, welche nicht alte,mal allzuwichtig sind , haben sie vieles aus-gelassen , oder abgekürzt. Hierdurch bleibendie Sachen »«verstümmelt, ein jeder Schrilltffeüer behält was seine ist, und die vielfälli-gen Wiederholungen, welche in den Neisebe,schreibnngen von einerley Ländern unver-meidlich sind, werden vermieden. Sie ha-ben sich durch die Zujammenhallung der An-merkungen so verschiedener Reisebeschreiber inden Stand gesttzt, das Wahre von dem Fal.schen, das Romanhafte von dem Ernsthaftten , die Copien von den Originalen zu un-terscheiden , die gelehrten Dicbstähleund Irr-thümer zu entdecken, und dadurch ihr Werkdesto richtiger zu machen.
Die Ausführung dieses Werks bestehet in-Auszügen und Vergleichungen. Die Aus,züge enthalten das Tagebuch einer jeden Reise,die Abentheucr der Reisenden , und anderevon ihm erzählte Begebenheiten , mit derBeschreibung der Omer, so wie sie sie geben,und vornehmlich , wenn ihr durch die An-merkungen andrer nicht widersprochen wird.Vor jedem Auszuge stehet eine Einleitung,welche so viel, als möglich ist , von der Per.svn des Verfassers , dem Ursprünge seinesWerks, dessen Beschaffenheit und FormeNachricht giebet. Am Ende desselben folget 'eine kurze Beurtheilung über die Güte oderMangel, absonderlich in Ansehung der Erd-beschreibung und Historie, die Figuren, Land«,charten und Zeichnungen.