Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
118
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Die sogenannten Vergleichungen enthaltendie Anmerkungen der Reisenden über jedesLand, seine Einwohner, natürlichen Früch-te , Arbeite», u. s w. welche man zusam-men nimmt, und eine richtige Beschreibungdaraus machet. Wenn alle Reisebeschreiberin ihren Anmerkungen einig sind, hat mandie Benennung derselben für übersiüßig ge-halten , an den Orten aber, wo sie einan-der widersprechen , ihre verschiedene Erzäh-lungen , mit Anführung der Urheber, ent-weder dem Terte eingeschaltet, oder sich andiejenige gehalten , welche die richtigste zuseyn schien, die übrigen aber alle in Notenunter den Text gebracht.

Diese Noten sind geographisch, historischund critisch, und haben die Verbesserungder Irrthümer, die Bestimmung der Mey-nungen , die Vergleichung ihrer Verschieden-heiten , die Erläuterung der Dunkelheiten,und Erstattung der Auslassungen, welchesich öfters in den Reisebeschreibungen finden,durch verschiedene Hülfsmittel zu ihrem End-zwecke. Was ohne Verunstaltung der Er-zählung in Text hat gebracht werden kön-nen , ist in keine Note verwiesen worden;manchmal aber auch bey einer streitigenSache von ausserordentlicher Wichtigkeit, inAnsehung der Historie und Geographie, eineabsonderliche Abhandlung beygefügt worden.

Wie viel Arbeit und Aufmerksamkeit siedabey nöthig gehabt, werden diejenigen ambesten einsehen können , welche wissen , wieschwer es ist , eine richtige Entscheidung zutreffen , wenn der Streit nur unter zweenSchriftstellern , oder die Anzahl der Schrift,fteller auf beyden Theilen gleich ist ; sonder-lich wegen der eignen Namen, wo manvielmal ohne de>s u iverwerstliche Zeugniß ir-gend eines Landsmbcnten nicht zurechte kom-men kan : welches sich in Ansehen der mor-genländischen Reiche mehr als einmal eräuget.

Die Landcharte», Zeichnungen der Städteund Figuren betreffend, so haben sie nichtalles genommen, was man in den Reisebe-fchreibungen findet; weil sie, ausser der un-endlichen Anzahl, den Werth dieses Werks

durch offenbare Unwahrheiten und Hirnge-spinste würden verringert haben; oder wen manalle die guten nachgezeichnet hatte, in unnützeWiederholungen gefallen styn würden. Und,aus eben dieser Ursache, find auch die Kupfer-stiche von Schlachten , Belagerungen undandern Prvspecten dieser Gattung, als eineblosse Arbeit der Einbildung , welche denPreiß des Werks, ohne den geringsten Nutzen,vergrößert hätten, ausgelassen worden. DieUrheber dieser Sammlung haben , was dieZeichnungen der Städte betrifft , nur dieje-nigen genommen , welche an den Oerternselbst von kunsterfahrnen und wahrhaftenLeuten gezeichnet worden sind, und die Figu-ren der Thiere, Gewächse, Kleider, Ma-schinen u. d. nach den besten Kupfcrtafelnmachen lassen.

Gleichfalls haben sie eine Menge Landchar-ten , die voller Fehler und ohne Kunst ge-zeichnet sind , und alles, was nach sol-chen Charten gemacht worden, und mit ebendenselben Schnitzern angefüllet ist, wegge-lassen, und nur diejenigen genommen, wel.che an den Oertern durch geschickte Reisendeselbst gezeichnet, oder nach Charten des Lan-des copiret worden. Wenn sie viele guteCharten von einem Lande gefunden haben,so haben sie nur eine davon beybehalten, undsie entweder mit dem Besten aus den andernvermehret, oder sie alle zusammen geschmolzenund eine neue daraus gemacht. Dieses ha-ben sie auch in Ansehung der Specialchar-ten eines grossen Landes beobachtet, und nureine Generalcharte daraus gemacht. Undweil auch endlich die besten Landcharten inden Reisebeschreibungen lange nicht zureichendsind, alle Küsten und Länder der Welt vor-zustellen , so haben sie, diesem Mangel ab.zuhelffen, alles gesammelt , was die bestenWasser - und Erdbeschreiber in dieser Arttüchtiges geliefert haben ; und dabey, allenVerdacht der Ungerechtigkeit und des Dieb-stahls von sich abzuwenden, jedem Volke dieEhre seiner eignen Schätze gelassen.

Dieses mit so grosser Mühe und Aufmerk-samkeit verknüpfte, und mit so gutem Erfolge,

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