Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
123
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verderbet. Demnach so verdienet derjenige/so als Präceplor und Lehrer über die Ju-gend bestellet ist , den Namen eines gutenLehrers keinesweges, wann er weder recht-schaffene Begierde noch die Capacitat hat /seine ihm anvertraute Jugend, wie schuldig/zu unterrichten. Was die Begierde anlangt/so fehlet solche so manchem faulen Lehrer inSchulen / kaum hat er etwas weniges seinerJugend vorgestümvert / so wird ihm schonZeit und Weile lang / ehe er aus der Schule/die er so nur pro korwa, und um seinen un-verdienten Lohn an sich zu ziehen / besucht /hinaus und in eine lustige Gesellschaft po-rsnäi 8e luäenäi cLuls gehen kan. Wasanlanget die Capacität/ die Jugend zu un.«errichten / o! so fehlet es auch manchem sosehr daran / baß er seiner armen Jugendnicht einmal den 8yn»x ungestümpert vor-rrklären kan. Dahero / o! wie kahl und arm-selig bestehet nicht die in lauter Unwissenheitauferzogene Jugend in denen zur Probe an-gestellten Lxsminilru;. Mas ist llrsch? Antw.Wer ein Hümpler und Stümvler in eineSchule dinget/ dem wird sie verderbet. Dasfünfte Kennzeichen einer guten Schule istdie Disciplin oder Zucht / da man die Sit-ten und Aufführung der Schüler nach derVorschrift des göttlichen Worts und den da-mit übereinstimmenden Schul-Ordnungenregieret; da man eS ferner bey der Jugendweder an liebreichen und vftern Ermah-nungen / noch an ernstlichen Warnungen/noch an nachdrücklichen Bestraffungen fehlenlässet. Und es ist kein Zweifel / wo guteLehrer sind / da findet man auch gute Zucht.Vlil.) lvi. Ernst Petri / Nectors der Schulezu Rathenau / von den unheilbaren Man-geln der Schulen. Berlin i?r r. Zwischendenen Medicis und denen Schul-Lehrern läs-set sich einigermassen eine Begleichung an-stellen : Medici haben mit Kranken zu thun/so haben Lehrer der Schulen die von Naturkranke und verderbte Gemüther der Lernen,den vor sich. Wie aber die Krankheiten desLeibes / welche Medici zu curiren haben/nicht alle einerley Art sind ; also mögen

auch die Gemüths - Krankheiten nicht einer-ley Art seyn. Die Krankheiten pflegen vondenen Herren Medicis in curable und incu-rable Krankheiten abgetheilt zu werden; wel-che letztere auch opjirokris meäicorum pfle-gen genennet zu werden. Mit diesen ver-gleicht nun unser Autor die opprobnL ki-ecep-roeum, und beschreibet solche alsi)^ Ouocklmr Mvl 8e mortzi lcssolLrum lncurLbste;,d. i. Krankheiten und Gebrechen der Schu-len / ja Fehler und Mängel derselben/ welcheunheilbar und fast nicht zu verbessern sind.Dabin zeblet der Autor : i.) Die so we-nige Lust der Jugend zur Schule und zudem Studieren. 2.) Das zwar höchstnö.thige / doch fast unmöglich vollkommenescrucmiuiri in^emorum. Und ;.) dtimls

pLremum , die allzugrosse Liebe derEltern.

(Die Fortsetzung folget künftig.)

Breßlau. Die Historie und -temoiresder Königlichen Academie ver Wissenschaftenzu Paris, die von dem Jahre 1692 biß 1742ununterbrochen an das Licht getretten sind /werden des innern und aussern Werths we-gen mit Recht zu den vortrcflichsten und kost-barsten Werken gezehlet. Was die Natur-Lehre und Machematik in ihrem weiten Um-fange in sich fassen / davon findet man in den-selben solche Versuche und Entdeckungen,Anmerkungen und Beweise / die den Ablich-ten der verebrungswürdigen Gesellschaft/ je,neu Wissenschaften Erweiterung / Licht undGewißheit zu geben / vollkommen gemäß sind.Nur ist es Schade / daß zu unsern Zeiten, dader Trieb znr Naturkunde und denen da-mit verwandten Wissenschaften sich auch un-ter den Deutschen nicht wenig ausgebreitet,das grosse Werk seiner Kostbarkeit wegen un-ter denselben nicht so gemein geworden / alses an sich werth / und ihnen nützlich gewe.sen wäre; die Holländische Ausgabe selbst,so weit wolfeiler sie auch ist, wird doch de-nen zu schwer anzuschaffen, welche die ansich selbst schönen Artickel aus der HohemGeometrie, Algebra, Mechanik, mathema-Q » tischen