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zu Verwirrungen giebt, indem man dieVocariones der ehmahllgen Propheten undApostel mit den Vocarionen der heutigenPrediger in eine Classe wirft, da doch dieseim eigentlichen Worl-Verstande weder unmit-telbar noch mittelbar von GOtt beruffenworden. Die Vocacio ist ferner speciali;oder General, 5 , davon jene sich in den erstangeführten Exempeln findet; diese aber als-dann , wo GOtt wörtlich andeutet , daß erein gewisses Amt von einer gewissen ArtLeute wolle verwaltet wissen, z. Ex. die Le-viten im A. T. So ergieng auch der RuffGOttes an alle Menschen, das Evangeliumanzunehmen, und diese allgemeine Stimmefordert alle diejenigen zu Lehrern desselbenauf, welche die dazu gehörige Fähigkeit bc.fitzen. Hieraus läßt sich Luthers Beruf zurReformation , und der göttliche Beruf allerrechtschaffenen Lehrer darthun. Dieser setzetzum voraus, daß das Predigt-Amt vonGOtt eingesetzet worden , und man weiß,daß Christus im N. T. Lehrer des Evangeliiverordnet und ausgesandt habe. Er beriefdie Apostel (auch den Matthias und Paulus)unmittelbar. Hierauf folgte der mittelbareBeruf, als die Apostel neue Prediger wehl,tcn, z. Ex. Paulus den Titus und Timo-theus. Die Vocario meciiara hat nicht nurda statt,, wo GOtt jemanden namentlichruffen lasset, z. Ex. den Elisa durch den Ellas zsondern auch in dem Falle, wenn ein Apo-stel oder Evangelist, als ein , einen
zum Lehrer verordnet , obgleich GOtt den.selben nicht namentlich angezeiget hatte. Sowar es in ecciefia plancanäa. Nachgehends,in ecciefia plamaca, hat die Vocario ciivinaspeciali;, so wohl numeäisra als messiara,aufgehöret: GOtt hat es den Christen über-lassen , Lehrer anzunehmen, und an derStelle des göttlichen Rufs ist nunmehro dieVocativ Humana. Wenn aber diese nachder Vorschrift der Apostel eingerichtet ist, sowird sie mit Recht ein göttlicher Ruf ge-nannt. Man muß hier die Einsetzung desPredigt-Amts von dem Beruf des Predi-gers unterscheide». Der Prediger ist eine
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; sein Amt eine 7«
K-Z. In der Römischen Kirche eignen derPabst und die Bischöffe sich das Vorrechtzu, die Geistlichen einzusetzen , und die Kir-chen-Geschichte zeigen , wie der geistlicheHochmuth und die Herrschsucht diesen Miß-brauch nach und nach einzuführen und zubefestigen gewußt. Nach der Reformationnahmen die Fürsten und übrigen Obrigkei-ten , die sich dem päbstlichen Joch einzogen,den Geistlichen diese angcmaßie Gewalt wie-der ab , da sie aus der Erfahrung wußten,wie des Herrn Doctors eigene Worte lau.ten: (Quanta stc pessir reipublicT laceräo«imperans. Damit sie aber in der Wahleines neuen Predigers desto sicherer giengen,so forderten sie von einigen andern Geistli-chen ein Zeugniß seiner Lehre und seinesWandels; und dieses auch deßwegen, da-mit die Gemeinde Ursach hätte, mit derWahl zufrieden zu seyn. Hierinnen bestehetnun die GemeinschLfttrchkert aller drey Stän-de bey der Wahl der Prediger Spenerund Buddeus haben sich hier nickt mit ge-nügsamer Vorsicht ausgedrucket. An man-chen Orcen überlässet der Landesherr einemStadt-Rache, einer Gemeinde, auch wohleinem Manne , der sich um die Kirche be-sonders verdient gemacht, das Recht, Pre.diger zu welfien. Sötte dabey ein Mißbrauch»vorgehen , so thut der Landesherr wohl, die-ses Recht wieder an sich zu ziehen. An dembißher angeführten erhellet , daß der beson.bere Beruf unserer Prediger eine menschlicheVocarion sey. Es ist demnach ein irrigerAusdruck, wenn fie eine Vocario älvinameciiara genennet wird. Weit richtiger heissset sie , beym Gerhard und Quenstadt, or-äinaria. Der Ausdruck vocario meäiaca,giebt den Päbstler» den Mißbrauch an dieHand, den Einfältigen weiß zu machen, dieBischöffe würden von dem Pabst, die Prie-ster von den Bifchdffen, und der Pabst vonden Cardinäleu , nach einer göttlichen Ein-gebung, erwehlet. So erwecket era auchleicht eine Gewissens-Unruhe, bey einem Ge-müthe , welches sich quälet, überzeugende
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