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MeckiNale einer sxeciLÜs vocsrionis ^aüo-rali; aufzusuchen. Luther, Melanchthon,Cbemnis , Gerhard geben uns dergleichenMerkmale nicht an. Balduin bestraffct die-jenigen , die solche Zeichen fordern , und wei-fet sie auf eine kluge Ueberlcgung ihrer Um-stände. Deyling ist eben der Meynung.Nachdem aber Spener hin und wieder vonden criierii '8 des göttlichen Berufs der Dre-her geredet hatte, so bemühete sich der sel.Rambach in dem Heßifchen Hebopfer diefel-den zu sammeln , und in eine gewisse Ord-nung zu bringen. Allein der Herr CanzlerPfas in Tübingen erwieß bald darauf in ei-ner öffentlichen Abhandlung, daß die ange-gebenen crieeri» durchgehends falsch und be-trieglich sind. Sie fliesten auch weder ausDerSchrift noch aus der Vernunft, und Wei-ler haben wir ja keine Quellen der Wahr-heit. Wett Spener dergleichen Merkmalezu finden vermeynte , so hielte er die vocs-kionem ffecialem für einen göttlichen Ruf.Seine ideologische Bedenken bezeugen es,wie uneulschlüßig er selbst gewesen, und wiewenig er sich zu rathen gewußt, wenn er ei,ue Vornan annehmen sollen. In stinemRuf natti Dresden bestärkte ihn feine Toch-ter , die von ohngefehr das neue Testamentaufschlug , und gerade auf VII. ;, ic>geriethe. Seinen Ruf nach Berlin hielte erdarum für göttlich, weil er sich bloß paff-ve verhalten. Da sind zwey criceri,, dieeben keinen sonderlichen Beweist von derScharssmnigkeit dieses frommen Gottesge-lehrten ablegen. Man irret demnach, wennman bey einem erhaltenen Beruf zum Pre-dig-Amt noch erstens äivinse vocslionst fpe-cialst verlanget. Dieser freymüthige Satzdes gründlichen Hrn. D. Heumanns trittder besondern Fürsicht GOttes im geringstennicht zu nahe. Den» erstlich lenket GOttoft die Wahl der Menschen auf einen Leh-rer , den er zum Besten der Kirche auserse-hen ; hicruächft wird auch ein Prediger, derfeinem Amte getreu vorstehet, durch ein be-sonders Zeugniß des H. Geistes in seinemGemüthe versichert, daß er ein guter Arbei-
ter in dem Weinberg des Herrn , und vonihm dazu bestimmet sey. Aus dem Satze,daß die specistst vocsrio der Prediger heutzu Tage bloß ein menschlicher Ruf sey , zie.het nunmehro der Herr Verfasser nachste-hende practische Folgen, von welchen einigedie Candibalen des Predigt-Amts, anderedie Prediger, und noch andere die weltlicheObrigkeit angehen, i.) Ein geschickter undfrommer Candidat darf seine Vvcscion nichteben stillsitzend erwarten, sondern er kan sichzu einer erledigten Predigersielle bey den Pa.tronen melden, r.) Er hat keine Ursache,an dem allgemeine» göttlichen Beruf zu zwei,ftln, und er kan von einem jeden, auch ei-ner andern Religion zugethanen Patron dieVocacion ohne Bedenken annehmen. Diezweyte Art der Folgen gehet die Predigeran. i.) Weil ein Prediger fein Amt füreinen gewissen Unterhalt übernommen, sokan er ohne Einwilligung feines Herrn dasselbe nicht niederlegen , um ei« anderes an-zunehmen ; denn fönst müßte auch dem Pa«tron das Recht zustehen, seinen Prediger,wenn es ihm gesiel, abzusetzen. 2.) Hat erdie Erlaubniß wegzuziehen , so ist er nichtnothwendig an st ne Kirche gebunden, wiedas Nicanische Concilium will , sondern erkan zu einer andern Gemeinde gehen, vor-nehmlich , wenn er da mehr Nutzen zu schaf-fen denket. Wird ek anderswo hinbe-ruffen, er siehet aber, daß er an stinembisherigen Orte heilsamer arbeite, so kan ermit gutem Gewissen bleiben; es sey denn,daß der Landesherr ihn nach einer andernGemeinde zu gehe», hiesse. 4.) Ein Pre.diger kan bey abnehmenden Kräften einewichtige und mühsame Stell« mit einer klei,nern verwechseln , wie der Herr v. Zeltnerseine ansehnliche kirchliche und academischeBedienung gegen ein kleines Land-Pastoratniedergelegt, z.) Könnte ein Prediger we-gen seines schlechten Gehalts weder sich vcr-heyrathen, noch seine Kinder ernehren / nochsich einigen Bücher-Vorrath anschaffen , soist es Mich, daß er eine einträglichere Pfarresuche und annehme. Hieraus folget auch,
daß