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und über die fühüolen zornige Herbst rief denDünsten und den traurigen Tagen, und sieerschienen. Tage, wie in Dämmerungen,in Nebel und Dünsten, wie Wolken ver.hüllt , bestraften die Undankbaren, die ge,gen ihre Straffe anmurrten. So lange hat-te das Jahr seinen Zorn zurücke gehalten,der jetzt gerechter und wüthender losbrach.Göttin ! so rief das Jahr zur Natur , be.straffe sie, die Nichtüwürdigen ! Wie fürch-terlich war die Erhörung der Natur ! Siegebot den Orcanen , daß sie den Erd-Ballerschüttern sollen, und die ganze Atmosphereward ein Sturm. DaS Meer warf die sichin den unterste» Tiefen zornig empörende Wo-gen brausend gen Himmel. Ganze umge,rissene Wälder heulten , und die Angst unddas Schrecken heulten dreymal nach. DieMenschen zitterten in »«sichern , drohendenMauren , und wären vor Schrecken gestor-ben , wenn nicht die mitleidige Natur dieverwüstende Winde in die einsamen verlasse-nen Klüfte zurück geruffen und verschlossenhätte. So schrecklich verewigte sich das Jahrund entfloh.
Kaum hatte die Sonne zum letzten Tagedes entflohenen Jahres geschienen , als sie sichgegen die kalte Mitternacht zu verdunkelnschien. Ein entferntes sich träge herauswälzen-des Gewölle machte den Himmel so trübe.Endlich entdeckten sich meinen aufmerksamenerstaunenden Blicken diese kleine übel zusam,menhanqende Wolken. Es war die Ge-wohnheit in der Gestalt eines betagtenWeibes, wie eine Wahrsagerin , hager undnothdürftig. Ihr folgten unzählige alte,tiefsinnig - gebückte, treuherzig - dumme Ge-stalten , welche sich fast alle ähnlich sahen,und ein Heer, wie ein Heer von Seuchenund Pest.Plagen. Himmel, welch ein Irr-thum ! die Gestalten waren Wünscher, unddas Heer waren Reimer. Sie schrien solaut, daß sie sich fast einander überschrien,und vertheilten sich schreiend in alle Gegen-den Ver Welt. Sie waren aus meinen Au.gen und vom Himmel verschwunden, und
der freudige Himmel ward wieder heiter.Nur die Gewohnheit ließ sich zu mir mit ei-nem langsamen Fluge herunter. Sie redete,und ihre Worte waren Blicke. Mit einemBlicke befahl sie gebieterisch , mit dem an-dern flehte sie niederträchtig. Segne, sagtesie; segne Franckfurt mit dem Segen mei-ner Söhne , und sie wandte sich von mir,und alle meine Gedanken wurden Wünsche.Ich hatte gehört, daß ein Reimer, der amlautsten schrie, die Musen anrief, und seinGeschrey war immer lauter geworden. Ichfieng auch au zu ruffen , aber mich hörtensie nicht, denn die Reimer hatten alle neunMusen und den Apoll selbst vom heiligenHügel herabgereimt. Die Entzückung halteihn so übereilt, daß er seine Lever vergaß.Sie glänzte an dem Ast eines Lorbeers.Hier ward ich den Pindar mitten in einemhellen Schimmer gewahr, und wie erschrackich , als Apoll und die Musen auf einmalda waren Sie spielten ein griechisches Liedmit Pindarschen Griffen , und noch langenachher tauschten die Töne auf den Wipfelnder heiligen Bäume himmlifchreitzend. MeinHerz klopfte von erquickender Wollust, undich rief, als ausser mir : O ihr Musen!erhört einen Sänger , den die Gewohnheitzum Wünschen verdammt hat. Sie lächel-ten , und eine Dunkelheit, die ich noch nieempfunden hatte, fiel schnell von meinen Au-gen , und sie sahen Heller.
Die Thore der Ewigkeit öffneten sich, wiesich das Gewölke am düstern Himmel eröff-net , das Blitze zerrissen. Ich sahe die Zu-kunft , mit einem hohen bejahrten Antlitze,umringt von Zeiten , Jahren und Thaten,und von verschiedenen Gestalten des Glücksund des Unglücks umgeben. Eine heiligeWolke, die sie trug, reichte vom Aufgangder Sonnen biß an den Abend, der sie trau-rig untergehen siehet. Meine Blicke wur-den immer verklärter, und so schnell , wieein Licht - Strahl , der, wie er entsteht,durch eine unendliche Nacht bricht. Ich sa-he vollendete Jahre, von heuen man noch