Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
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rcn sie nicht die Freude und die Bewunde-rung der Sterblichen gewesen, welche nochnicht müde waren, an sie zurück zu denken ?Und sie selten der Vergessenheit übergebenwerden,welche schon aufjir wartete? Natur!warum wurden die Tage auf einmal ruhig?Warum widersetzten sie sich deinen Befehle»nicht mehr? Sie sahen mit einer mcnschlich-boßhafrsn Freude, daß ihnen die heiternNachte traurig folgten; Nächte, die sie sonstnicht ohne Neid sahen , wenn sie ihnen folg-ten , weil sie durch das weissere Licht, dassie doch von ihrer Sonne borgten , oft dieLiebe in schattigte kühle Thäler vom Himmelherab gelockt hatten. Auch diese Nächte be-seufzren ihr Schicksal nicht mehr, als siedas Geheule der Stunden hörten , welchesich über die Menschheit beklagten. Sie be-klagen sich, sie wären unbemerkt und un-genützt entflohen. Und sie hatten recht.

Wie sehr war der Abschied dieses Jahrsvon seiner Ankunft unterschieden ! Alle Alterder Menschen sahen eS mit einer wartendennngedultigen Frölichkcit heran nahen. EinHeld, der aus einer mörderischen Vchlachtblutig zurück kehrt, dessen heitere Stirn denSieg kriegrisch freudig verkündigt, breitetdie Freude kaum so allgemein über ein Volkaus , als ein Jahr, das sich in seiner erstenJpgend zeigt. Vom sviclenden Kinde biß anden greisen ehrwürdigen Alten, alles wardbewegt , alles fühlte Freude. Das Kind,und der unwirksame Knabe freucten sich kin-disch über die Geschenke oft nicht klüger,thörigt mildthätiger Eltern. Welch eineernsthafte Freude erwachte im wollüstigenJüngling , den der Heranwachs seiner Jah-re und die ersten Empfindungen der Ebre undder Liebe beschäftige» , als er die zurückge-legten Tage in seinen Gedanken noch einmaldurchlebte, als er sahe, daß er über die kin-dische Niedrigkeit weit erhoben war , undals er den Gedanken: Ich bin ein Jüngling!zum ersten mal in seiner Seele fühlte. DerMann , der durch Nachahmung und Ge-wohnheiten den Hochmuth ausgelernt hatte,

übersähe andere unter sich erniedrigte , dlkdoch auch Menschen waren, mit einem ver«achtenden Vergnügen, weil ihn dieses Jahreitler und stolzer erblickte. Der niedrige Gei-zige , mit welcher unedle» gierigen Wollustumschlich er seine vollgewucherte. Kasten.Nur in wenigen erhabnem Menschen , mJünglingen wie Männern , in Männern vongesetzter Tugend , und in einigen wenigesmürrisch als ernsthaften Greisen , ward einrheilige Freude sanfte rege. Sie freuten sich,daß sie der Ewigkeit und ihrer Vollkommen-heit näher gekommen waren. Selige Men»schenk .

Warum verlohr sich diese Freude niemahlsaus eurem Herzen , ihr ruhige Freudige ?Warum ward sie nur in jenen mit den Tagenalt, die doch die Fröhlichkeit unruhiger durch,wallte? Wisset es , nur für euch schuf dieNatur eine Freude, die nicht das Herz wild«klopfend macht » aber die Seele entzückt»Kein Pöbel unter den Geschöpfen hat sie ie,mahls empfunden. Die stürmisthe Wollust,eine der Freude nachahmende Feindin , umihr desto mehr zu schaden , unter einer betrü.gerischen Larve versteckt; diese Wilde, wel-che die Reue und der Verdruß der voranbrau»senden Thorheit nachtragen , ist nur fürniedrige, Menschen ähnliche Geschöpfe er.schaffen. Ihre Fröhlichkeit ist wie ein Sturm,der plötzlich auffährt, und eben so plötzlichverrauscht.

Noch buhlte das Jahr um die Freude desMenschen, wie der Frühling um die Freudeseiner Fluren, und Dichter um das Lobprüffender, anfangs weis' unentschlossenerKenner. Der mürrische Winter mtffoh fürdie junge Sonne. Sie lockte den Frühlingauf die Welt, und die Welt verschönerte sich.Der erheiterte Frühling und der trächtigeSommer entzückten die Menschen. Deralternte Herbst erschien. An Pracht war erein Sommer. Die Menschen, so vielerWohlthat übcrdrüßig , wurden erst gleich,gültig, und endlich kalt und fühllvs. Derüber den glücklichen Sommer eifersüchtige,

und