ssesset wird, bey Gesunden und in jeder.Krankheit, nützlich oder schädlich sey. DerVerfasser hingegen hat das erstere, beliebterKürze willen , alles weggelassen s und nurein Register der Krankheiten verfertiget , inwelchen er von den Fiebern ansänget, undworinnen er bey jeder derselben untersuchet,ob das Aderlässen nützlich oder schädlich sey.Dieses Register enthalt bey nahe alle mög,liche Krankheiten, worüber man sich deßive-gen nicht so sehr wundern darf, weil HerrSchlierdach sich bey Untersuchung des Nu,tzens und Schadens des Aderlassens fast al-lein auf die Erfahrung gründet, und in denSchriften der Aerzte dergleichen Exempel vor-kommen , nach welchen das Aderlässen insolchen Krankheiten nützlich gewesen seyn soll,von welchen man es sich gar nicht vermu-then sollen. Es ist zwar nicht zu läugnen,daß auch hier der Weg der Erfahrung dersicherste ist » zumal wenn man hier die Er-fahrungen mit den andern Gründen zusam-men hält ; allein eS ist auch bekannt, wasvor ein grosser Unterschied unter den mediet-nischcn Erfahrungen- sey , und wie wenigederselben mit gehöriger Behutsamkeit ange-stellet worden. Bey dem allen können wirdoch nicht in Abrede seyn, daßHerr Schlier,dach in vielen Krankheiten mehr auf dasAderlässen hält, als der gemeine Hausse derkraLkicorum , die sich bloß auf ihre Trövf-gen und Pulver verlassen. Ist für 24 kr.zu haben.
Halle. Carl Hermann Hemmerde hatverleat: Georg Friedrich Meyers Neue-.theittmg des abermahligen Versuchs ei-ner Tbeodicee m 8vo. 11 ?'ogen. DerHerr, Verfasser rechtfertiget seine blßrcrtgeBemühungen, durch geschickte Streitfcdrif-ieu das Reich der Wahrheit zu bauen , inder Vorrede selbst, mit guten Gründer, undweifet einige seiner unbescheidenen Gegnerkurz und nachdrücklich ab. Man muß ge-stehen, daß eine solche Art zu streiten , wieder Herr Professor erwehlcl bat , allemal.das gröste Lob verdiene ; sie ist bescheidenund gründlich., Die Wahrheit muß bestäu-
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big etwas dadurch gewinnen ; und billigLeser werden nicht leicht etwas daran zu ta?dein haben. Die gegenwärtige Beurthei-lung der neuen Tbeodicee bestätiget unser ge»fäüles Urtheil. Sie gehet die streitigen Sätzein eben der Ordnung, worinne sie Herr Bokdtcke vorgetragen, nach einander kürzlichdurch. Es ist also die Einrichtung dersel-ben nach dem bekannten Vortrage des Hrn.Böldicke abzunehmen. Ausser den histori-schen Erinnerungen, worinne ebenfalls ei-nige Versehen mit Grunde bemerket werden-,kommen die wichtigen Untersuchungen, vonder Freyheit und Nothwendigkeit, von derZurechnung des'Sündenfalles , und von derZulassung des Bösen , vor, DemHerrVer,fass'r bestimmet dabey allemal die wahreMeynung des Herrn von Aibnitz » undrechsertiget sie gegen die erregten Zweiftl.Er lehret, in wie weit die Nothwendigkeitselbst beyden freyen Handlungen statt habe;er beftreitet den von dem Hrn. Gegner amgenommenen Begriff der Freyheit mit vielenGründen ; er zeiget, wie man dabey unterandern seine Absicht, die Schuld der Sün-de auf den Menschen zu bringen , gänzlichverfehle, und gerade das Gegentheil, nachder gesetzten Erklärung , behaupten müsse.Er macht endlich gegen das ganze Lehrge--bände des Hrn. Böidicke, so wohl über.Haupt, als auch in Ansehung einiger beson»-dern Stücke , vollkommen gegründete Erin--mrungen. Im Absicht auf-das erste wirdvorher aus Klimms unterirrdischer Reise,aus dem Promecheus des Lucian, und ausdem Lackanz, wo man ebtn die Gedanken,die Herr Böldicke nur weiter ausgeführet'hak, schon findet, billig gezeiget, daß diese'Gedanken eben nicht reu sind; ferner wirderwiesen, daß sie kein vollständiges Lehrge-bäude , die vorgesetzte Frage auszulösen,ausmachen körnen ; endlich wird auch dar-gethan, daß dieselben nicht einmal ein gutLehrgebäude zu nennen sind, weil sie nurein besonderes Exempel begreissen , wodurchdas Leibnitzifche Lehrgebäude in einem be-sondern Falle erläutert wird.. JnBetrach-
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