Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
355
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holte Ausgabe eines so nützlichen Buchs/und die Uebersetzunq desselben ins Frantzösi-sche/ sind Bewcißthümer von dem billigenBeyfalle, den es bey Lesern von Vernunft/Einsicht und Ueberlegung/ findet.

Bern. Es ist uns von guter Hand nach,stehendes Lob-Gedicht eingesendet worden/welches wir wegen seiner Seltenheit hiermitbekannt machen: An den würdigsten Poe,ren unserer Zeiten, Herrn Doctor HAL-LERN in Göttingen, von DorotheaFürten/ aus Neustadt Gödens in Ost-Frieß,land.

<7>n / dessen ernster Geist sich in die Tiefen^ sencket:

Der so erhaben ist / als würdig er geden-cket;

Der durch sein göttlich Lied, voll Witz undwahrer Pracht/

Sein eignes Wesen schmückt, der MenschheitEhre macht.

Mein HaUer! darf dieß Blatt, das meineSchwachheit zeiget,

Nicht auch ein Zeichen seyn, wie sehr ichDir geneiget?

Beym Pöbel, wie du weist, herrscht Dumm-heit und Betrug,

Der Beyfall, der ihm gleicht, thut seinerTrägheit gnug.

Erfolgt der Zeiten Wahn, und ehrt der Va-ter Sitten,

Hat Witz in Ueberfluß , und darf sich keinenbitten,

Verschmähet dessen Feur, der so, wie du,erhöht,

Bey Weisheit und Verdienst im ersten Ran-ge steht,

Ist sich zum Unglück taub bey himmlischenPoeten,

Und schätzt der Würfel Klang weit über alleFlöten,

Der Thorheit bösen Schmutz, der schon seinNichts umgab,

Wäscht keiner Jahre Lauf, noch keine Tu»gend ab.

In Kindheit irrt er schon nach seiner ElternWeise,

Und seines Alters Wahn, giebt Stoff zumeignen Preise.

Zur Schande lebt er GOtt, und Weise»zum Verdruß,

Liebt Kluge nur um sie, und zwingt sichwann er muß.

Wo aber ist der Ort, voll auserleßner Geister,

Wo nie der Pöbel thront, und der Tyrannist Meister?

Wo lebt ein selig Volck, zum Schmuck derSterblichkeit,

Das ihm sich hertzhaft raubt, und der Ver-nunft sich weiht?

Gewiß, hier wo ich oft von ihm betäubetwerde,

Mein HaUer, hier ist nicht die gar zu selt»ne Erde.

Du weist Athen ist hin, ein kluger Stagirit

Steht in dem öden Reich verlohrner Wun-der mit-

Bey Bürgern, die dem Fleiß und aller Kennt-niß stuchen,

Muß ein Diogenes umsonst nach Menschensuchen.

Zu glücklich giebt das Nichts den Phocionnicht her:

Was nutzte er der Welt, da sie von Schü-lern leer?

Wer um sich selbst besorgt sich schlechtemLand entziehet,

Ist einer Taube gleich, die vor dem Adlerstiebet,

Und dem schon glücklich gnug, wenn er sichselbst vergräbt

Bey schwacher Lampen Schein, froh unterTodten lebt.

Ich, da das Schicksaal mich, nach seinemduncklen Rathe,

Zum Dencken bey mir selbst zuerst bestim-met hatte,

Muß meinem Glück zur Last, und meinemVolck zur Pein,

Im stillen Aufenthalt bey klugen Lehrer»seyn;

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