HF ):(
Z57
Und einmahl mit Dir selbst beglückt zu spre-chen können,
Will ewig fern von mir, das Schicksal an-dern gönnen.
Bey dem gewissen Schluß kan noch ein Liedallein
Mir statt der Süßigkeit der Unterredung seyn.
Indem ich voll von Dir so froh zum Dich.ten gehe;
So beucht mich, daß ich selbst, Dich ge-genwärtig sehe,
O! fügte ffch kein Leid so holder Freude bey.
Und blieb ein sterblich Glück von Widrig,keilen frey;
So dürft ich hier nicht schon die frühe Ruhbeklagen,
Die Deine Feder nimmt in so gar frischenTagen.
Kaum geht in Dir der Welt ein neues Wun,der auf:
So ziehst Du Dich zurück, and hemmst Dirselbst den Lauf.
Und daDein erstes Spiel ein Feuer angefachet,
Das selbst die Schlafenden so voll Erwar.tung machet,
Und Kluge schnell entbrennt: so brichst Dueilig ab,
Und unsre Hofnuug sinckt mit Deiner Lustins Grab.
O starcker Dichter Geist! warum ließ GOttdie Erden
Durch Deine Seltenheit zuletzt noch glück-lich werden?
Warum bezierte Dich sein unerschaffner Geist,
Mit dem, was mehr als starck und mehr alsmenschlich heißt?
Nicht um nur schön für Dich, und ihm zurLust zu leben,
Nein : zum gemeinen Wohl , woll er Dichso erheben.
Bey Slarcken findet nur ein Stärckrer bloßGehör,
Ein Wort gilt nach dcmWerth stets wenigerund mehr;
Und Cäsars edler Sinn erkennt in CatvnsTugend,
Aus Ehrgritz zwar geheim, den Meister feinerLugend.
Vielleicht daß fern von Dir Dein Philoso-phisch Lied,
Zum Schüler der Dich hört, die gröstenSeelen zieht;
Und daß selbst Könige,recht Königliche Gaben,
Zum Nutzen ihres Staas , von Dir empfan,gen haben.
So sehr beschimpft uns nicht die Unempflnd-lichkeit,
Daß jedes Lesers Hertz Dir keine Crone weiht,
Den Deiner Helden Bild, kaum wie Duselber rühret,
Da jenes ihn zurück aufDeine Einsicht führet.
Und so entzückt der Wahn der Herrscher Ho-heit nicht,
Daß fle gar nichts entzückt bey Deinem Un-terricht.
O! daß nichts menschliches Dich in derUebung stöhrte,
Nicht daß was andre schwächt. Dein himm-lisch Hertz entehrte!
Verkenne , wie es sich vor Deinem Geisteschickt,
WaS Dich von unserm Nutz und DeinemRuhm entrückt;
Und laß der jetzgen Zeit durch Dein nochWeilers Dichten
Ein Denckmahl, das gefällt, wenn nichtsg fällt, errichten.
Noch Kaltfinn noch Betrug verstellt jo sehrdie Welt;
Daß nicht ein Theil von ihr roch dir Ver-nunft behäu,
Und nicht wann taufend sich dem Pöbel un-terwerfen,
Zwey, Edler von Begriff, die klügelt Sin-nen schärfen.
Erhebe Dich um sie, und mehre ihre Lust;
Denn Dein erhabner Thon dringt Göltcrwin die Brust,
Und einer (f) Gräfin Geist, der unsre Ge-gend zieret,
Fühlt alles was Du denckst, und ist davon
gerühret.
Dein
tt) Die Gräfin von Bentinck.