Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
387
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stehet er die Könige; von diesen sind aberdie Gesetzgeber unterschieden, und solchesind die Regenten nach der BabylonischenGefangenschaft. Freylich ist dieses besserausgelegt, als wenn man eine Wiederholungannimmt. Der Friedebringer wird bcyden,nemlich den Königen und Gesetzgebern ent.gegen gesetzt; folglich kan er kein westlicher,sondern geistlicher König seyn. Der HerrSenior hat viele offenbare Folgen aus diesenSätzen herausgezogen, die kein Vernü f-tiger leugnen wird. Damit Edelmann ihmnicht den Vorwurf machen könne, er redein der Auslegung die Spräche der Theolo-gen ; so bringt er die Übersetzung des Wert-heimers bey, welcher die Wahrheit, die indiesem Spruch lieget, nicht zu verhcelen ver-mocht, und beynahe eben so übersetzt hat.Er gehet zwar in etwas ab, welches derHerr Senior gehörig anmercket; allein hie-zu bat ihn seine Hypothese gezwungen.Durch das Wort Schiloh verstehet er nem-lich einen weltlichen Monarchen. Der HerrSenior fordert getrost von ihm, er solle denMonarchen anzeigen, auf welchen alles zu-träfe , was im Haupt-Spruch vom Schilohoder Friedensbrtnger gesagt wird. Die an,dern Abwege verzäunet der Herr Verfassergleichfalls. Der Herr Senior zeiget ferner,daß die Vorherveckündigung des Ertz-VaterSJacob nach allen Stücken aufs genaueste indie Erfüllung gegangen sey. Vom Davidan sind aus dem Stamm Juda beständigKönige gewesen. Die Regenten nach derBabylonischen Gefangenschaft waren ausdemselbigen Stamme. Nehemias hielte ei-nen allgemeinen Landtag, und aus demsel-ben ward das weltliche und bürgerliche Re-giment auf einen ordentlichen Fuß gcsitzet,daß nemlich die Obersten des Volcks zu Je.rusalem wohnhaft seyn sollten. Kurtz, esward der hohe Rath erwählet. Ob nungleich die Maecabäer und hernach die He-rodianer sich besonders hervor thaten; so hatdoch das Synedrium sein Ansehen beybehal-ten, oder wenn ja ein Eingrif geschahe, baldwieder erlanget, welches selbst unter den

Römern nicht verlohnen gegangen. DieEinwürfe, so man hiewider machen könnte,hat der Herr Senior zum voraus beantwor-tet. Daß alles, was vom Schiloh vorher-gesagt ist, in der Person JEiü erfüllet wor-den, ist ebenfalls mit nachdrücklichen Grün-den dargethan. Alles, was Edelmann da-gegen sagen kan , bestehet darin«, daß er dieGültigkeit der Evangelisten antasten möchte.Allein, er ist gefangen, wenn er auch nurnach seinem eigenen Bekänntniß gerichtetwird , daß in den Büchern der Heil. Schriftviele Wahrheiten stecken. Das göttliche An-sehen der Schrift wird der Herr Seniorschon zur andern Zeit beweisen. Sagt erMarcus und Lucas waren keine Augen-Zeu-gcn: st> wird ihm das wenig helfen, dennder Herr Verfasser führt die Beweis-Stel,len nur aus dem Matthäus und Johannesan, die Edelmann für Augen-Zeugeu mußpaßiren lassen. Aus dem bisherigen Vor-trage folgert der Herr Senior gantz richtig,daß in dem erwählten HauvttSvruch einegöttliche Offcribahrung enthalten sey. Wo-her sollte Jacob Dinge wissen, zu welchenzu seiner Zeit noch kein Anschein war? Eshilft nicht, wenn Edelmann sagen wollte,Moses oder Esdraü hätte dem Jacob dieProphezeyhung in den Mund geleget. ZuMoses Zeiten war eben so wenig Anscheindazu, als zu Jacobs Zeiten. Wie langewährete es nicht nach des Moses Tode, bisKönige aufkamen? Sagt Edelmann, Esdrahabe die Bibel erstlich gemacht: so muß zwarzugegeben werden, daß er aus der Erfah-rung gewlißt, baß die Könige und Regentenaus dem Stamm Juva genommen worden:allein, woher konnte er wissen, daß das Re-giment der Gesetzgeber auf Jahre fort-dauren, und darauf untergehen, und nie-mals wieder aufkommen würde? Nicht an-ders , als durch eine göttliche Offenbarung.Folglich ist Edelmann aus dieser Schantzeherausgeschlagen, und die Prophezeyhung isteine göttliche Ossenbahrung. Beyläufig ver«spricht der Herr Senior den Unterscheid zwi.sehen einer Offenbahrung und Eingebung,C cc r den