Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
390
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schaffenheit und Uebung der Gnade GOttesselbst Siege, und so ist er auf die Erlösung undderen Anwendung durch den Glauben gekom-men. Er hat dadurch begrcistich gemacht,wie genau die Ordnung des Heils durch diegöttliche Liebe und Vollkommenheiten be-stimmt werde. Die Folgen hieraus stud be,trächtlich. Hätten andere die Gnade GOttes sogegen die allgemeine Liebe und Vollkommen-heiten GOttes gehalten, und sie nach densel.den bestimmet, so würde man nicht so wi-der diestlbe sich gesetzt und fle bestritten ha-ben , und selbst unter den Christen würdennicht so wunderliche Meynungen davon aus-geheckt seyn. Man wird leicht erachten, daßHerr Weber von der allgemeinen GnadeGOttes was gründliches gesagt habe. War-um es verschiedene Stuffen der Gnade gebe,erkläret der gründliche Herr Verfasser besser,als die meisten Compendien-und System-Schreiber , wenn sie gleich von dem Demon-strakions-Geist geleitet worden. Die Men-schen , sagt er, liegen nach dem Fall alle imVerderben. Vermöge des Satzes des nichtzu unterscheidenden giebt es aber nicht zweyvöllig in der Grösse und Beschaffenheit über-einkommende Dinge in dieser Welt; folglichmüssen auch noch Unterschiedene in der Grösseund Beschaffenheit des natürlichen Menschenangetroffen werden. Folglich wird ein Menschauch mehr der Gnade widerstehen, als einanderer. Da nun aber GOtt doch in seinerGnade allezeit auf eine der Natur und demZustand der Menschen anständige Art wür-ckel; so lassen sich die Stuffen der Gnadedaher begreifen. Daß GOtt sich in seinenGnaden-Würckuugen nach der Natur derMenschen richte, ist schon vorher bündig dar-gethan. Im letzten Capitel setzt der HerrMagister zuvörderst den Begriff von derUebereinstimmung vest, und leitet ihre Artendaher. Er gehet die Begriffe der Gnade,und was sie in sich begreifet, durch, hält flegegen die göttlichen Vollkommenheiten, unddie Natur der Welt und der Menschen, undweisst aus verschiedenen Gründen eines jedenbesondern Stücks der Gnade Uebereinstim-

mung mit den göttlichen Vollkommenheitenund mit der Natur. Hier kommt mancherbeträchtlicher Satz vor, der den göttlichenWahrheiten gleichsam ein neueöAnsehen giebt.Kurtz, man wird in ein weiteres Feld gr.führet, man erlangt erhabnere Begriffe, undmit einem Wort, Geister, die sich in derTheologie an manchen Sachen gestossen ha-ben, finden hier einen bessern Unterricht.Wir prophezeyhm dem Herrn Verfasser ei-ne gute Aufnahme und Hochachtung derGelehrten. Das metaphysische Speculireuüber die Religion hat manchen, dessen Schul-tern nicht starck genug sind, auf Abwege ge-leitet. Die Freygeister glauben dieselbe schonin den letzten Zügen zu sehen. Wie ange-nehm muß es denn dahero nicht seyn, wennein gründlicher Kopf die Metaphysick zur Eh-re der Religion anwendet, und nicht etwaaus blosser Andacht die metaphysischen Sä-tze mit Angst und Kummer auf seine Seiteziehet, sondern mit besten Gründen und star,cken Schlüssen die Uebereinstimmung der Na-tur und Gnade behauptet, und stoltze Spöt-ter von ihren Höhen herab stürtztt. Ist zuhaben für i. fl. 24. kr.

Fand. Cajetan Fanelli hat gedruckt: DeLastlica 5 . bauremü in Damast) lübri lrexzQuorum xnmus 8. Damast compleLH-rur, Lec. auäiore ejusäem

Lastlicae vlim Oanonico, nunc Lpilcvpo-zestno, in Folio, 6. Alph. 14-Bogen. Obwir schon vonbiesem Werche zu anderer Zeiteinige Nachricht gegeben, so hoffen wir dochdenen, so sich der Kirchen-Historie wiedmen,einen Gefallen zu erweisen, wenn wir ste et-was umständlicher davon unterrichten. DieQuellen, aus welchen der Verfasser geschöpft,sind vornehmlich die Urkunden, so im Vati.canischen Archive verwahret werden, als wel,che ihm Pabst Clemens der xite, der selbstein Merck von dieser ttastlssa schreiben wol,len, mitgetheilet. Diese nun, nebst einigenSchriftstellern, in deren Aufrichtigkeit mankein Mißtrauen setzen kan, haben ihn in denStand gesetzt , verschiedene wichtige und be-sondere