Cap. X XXVII. Andere Theil. 293Bewegungen find gezwungen/ veranlaſet durch auſebung dereuſſere eindruckungen/ diſe aber geſchehẽ auß wiſ⸗ NT Nfen und befehl der Seelen. Der Hund gehet nach Sinnen.einem ſtuck Fleiſch/ und kan anderſt nit/ er mußgehen/ es werte dann ſach/ daß er davon abgehal
ten wurde/ der Menſch aber weißt/ daß er gehet/
er wil gehen; er weißt/ warum er gehe/ warum
er Rechts oder Lincks/ gehe. Daher ſehen wir/
daß die meiſten Machines der Thieren unſernmenſchlichen Leib an geſundheit/ vollkommen-
heit der Geſtalt/ ſubtilheit der Sinnlichkeiten uͤ-bertreffen/ weilen diſe zu einem Gehulffe hat dievernünftige Seel. Am Geruchuͤberſteigt uns derHnnd/ ja auch das tumme Maſtbieh/ ein ſchaͤrf-
fer Geſicht haben die Adler/ Luchſen/ ein ſubtiler
Gehoͤr der Haſe/ ein durchtringendern Ge-
ſchmack die Bienen/ ein zaͤrteres Gefühl alle an ·
dere Ungeziefer; In geſchwinder Bewegung
6100 uns vor der Tyger/ Low/ alle Voͤgel/ und
iſche.
„AV. Gleichwohlen find auch in den Menſchen Ir, demvil Verꝛichtungen und Bewegungen/ welche nit 1 Nunter der Seelen regierung ſtehen/ ja auch ohne nit ale Be-wiſſen und willen derſelben errichtet werden/ als richtungendie kochung der Speiſen/ ſcheidung und außfuͤh · under derrung deſſen/ ſo unnuͤtz/ oder uͤberfluͤſſig/ ſchlagung Seelendes Hertzens/ weilen die darzu gewidmete Gei⸗ Her:ſchaftſter herkommen und beſtaͤndig einflieſſen auß deme aber von dem Hirn/ der m Hofe
att. Und fo geſchihet anch die Zeugung/ Nah-rung und zunemmen des Kinds in Mutterleib/ohne einiche der Seelen erkandenusß.
v. Aber bey den Affe cten iſt widerum ein groſ⸗ Underſc edfer unterſcheid: In den Thieren iſt auch ein be der Mencch-gird nach der Nahrung/ und fleiſchlicher Vermi SEDſchuna/ es entſtehet auch Zorn/Freude/Trauttg® Aſfectenkeit/ Melancholey/ Haß/ alles aber ohne Wiſſen/ohne Verſtand; Es iſt mehr nichts als eine or
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