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Beyträge zur nähern Kenntniss des Schweizerlandes / Von Hs. Rudolf Schinz, Pfr. zu U...
Entstehung
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Stundenweit sich erstreckende Wälder von Tannen undLerchen/ die an die Kastanienwälder herav gränzen,von den über den Waldungen gelegnen schönen Al-pen entdeckt man nuten im Thal nichts. Gobriound Altirollo, zwey auf dem Gebirg gegen einan-der über östlich und westlich stehende Dorfschaften, wirdman kaum und nur an einichen weiteren Stellen desThals gewahr. Das erstere ist neu gehauen, da imJahr 17s?. eine Feuersbrunst den grösten Theil sei-ner steinernen Häusern verwüstete.

Bey Loäio fühlten und sahen wir wieder einenwettern Fortschritt in dem wärmern Land. Maul-beerbaume, Pfirsichbaume, Feigenbäume stehen daan der Landstraß in Menge, und geben so viele undschmackhafte Früchte als immer an einem Ort in derLombardey. Die Weinreben sind häufiger , und ganznach welscher Art behandelt. Zu Abdörrung des Ge-traids bedient man sich doch auch hier und bis an dirGränzen von unter Livenen noch der Dörrgatternoder Kornleitern, denn da man überall zwey Erndtenvon demselben Acker haben will, da man nach dem Wal-zen Heidenkorn (?olxg> l..) pflanzt, das

im Brachmonat gesäet, und im Wintermonat geerndtetwird,so muß man den Waitzen schneiden, ehe er ganz dörrist, und dessen Dörrung also auf diese Weise befördern.

Das Pfarrdorf Loäio Hat neben seiner angeneh-men Lag keine andere Merkwürdigkeit als die schönesteinerne Brücke über den Tizin, die statt der, imJahr 1749. durch Anschwellung des Flusses, zerstör-ten Brücke, gebauet worden ist. Ueberhaupt siehetman kaum in einem Land künstlichere, leichtere unddoch dauerhafte steinerne Brücken, ohne Joch und

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