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Beyträge zur nähern Kenntniss des Schweizerlandes / Von Hs. Rudolf Schinz, Pfr. zu U...
Entstehung
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Herrliches Landgut besitzt. Er selbst empfieng uns mit»«gemeiner Freundlichkeit, und genoß noch in unse-rer Gesellschaft, und wir in seinem belehrenden Um-gang die letzten Lichtstralen, welche die untergegan-gene Sonne an den Gipfeln der bündtnerischen Alpenbrach; wir konnten die entzückende Aussicht, die wiran der langen Ballustrade des Gartens über den See,»nd nach der Stadt Como hatten, nicht verlassenbis die finstere Nacht uns abtrieb, und wir kaum»och in den Hafen der Stadt znrück eilen konnten,ehe die ihn des Nachts beschließende Kette aufgezo-gen ward; und so endeten wir diesen Tag unter denlebhaftesten Empfindungen des reinsten Vergnügens,welches ider Genuß der schönsten Natur, und deslehrreichsten Umgangs nur immer darbieten kann.

Der Comer-See hat viele Merkwürdigkeiten,und die Fahrt auf demselbigen ist eine der angenehm-sten Er ist nirgends 2 Stunden breit, und an wel-chem Ufer man auch hinfahrt, kan man allemal dasgegenseitige noch deutlich erkennen, von Como hatman zehen Stunden weit bey gutem Wind bis ailakiva in Cleven zu fahren, nur der oberste Theildesselben, oder der Anfang, etwas mehr als eineStunde lang, gehört zu dem Bündtnerland, undheißt k.-,gkerro cli düiiavens. Dieser Theil ist sehrungesund, besonders bey Nachtzeit, wann die feuchtewarme Luft die Ausdünstung des Körpers hemmet;die Schiffleute selbst warnen die Reifenden, auf die-sem See nicht zu schlafen, weil man sich damit leichtein Fieber zuziehet. Die mayländische Vestung kuen-res, die in diesem Theil des Sees liegt, ist eben da-her der ungesundeste Ort. Die Besatzung darin, sooft sie auch abgeändert wird, leidet vom kalten Fie-ber