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Beyträge zur nähern Kenntniss des Schweizerlandes / Von Hs. Rudolf Schinz, Pfr. zu U...
Entstehung
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Klee ( l'rifollUM prsrcnse) zu säen, und diesen einoder zwey Jahre stehen zu lassen, und damit das Me-hr zu füttern. Das Viehe ist überhaupt von schönerArt/ ziemlich groß, die Ochsen insgemein von weisseroder weißgrauer Farbe. Die Schwänze bindet man ih-nen übersich, damit fie fich weniger mit Koth bestecken.

Man braucht nur Ochsen zum Ackerbau, nirgendsaber Pferde. Die Pstüge find ohne Räder und sehrleicht, dannoch werden oft vier Ochsen für dieselbengespannt. Die Karren find sehr plump gemacht undschwer, der Bauer fitzt immer dornen auf denselbenwenn er etwas führt, das Zugviehs leitet er mit ei-ner Stange. Das Getreide wird aller Orten im May-ländischen auf dem Felde unter freyem Himmel ausge-troschen, das Stroh an Häufen geschlagen und derWitterung ausgesezt; man steht deswegen nirgendskeine Scheunen. Die Arbeit der Bauern ist überallviel einfacher als in Deutschland. Läfte trägt er nie,dazu hat er sein Zugviehs, er wäre auch ganz unge-schickt dazu. Wo die Meyereyen unter viele Söldnerzur Bearbeitung vertheilt find, da wird der Acker nichtselten mit der Schaufel gehauen, welches um so vielweniger beschwerlich, als der Boden insgemein sehrlocker und leicht ist.

Die schwerste Arbeit haben die Bauern im Früh-ling mit ausgraben der Wasserleitungen in den Wie-sen , welches fie aber sehr geschickt zu behandeln wis-sen, und mit Anlegen der kleinen Dämmen um dieReisfelder, welche ganz Waagrecht seyn, und dasWasser auf ihrer ganzen Oberfläche vertheilt gleich hochhalten sollen» Der beste Reis wird in der Gegend vonLignZsco zwischen Mayland und pavia gepflanzt.Im Feldbau ist die Erndte die beschwerlichste Arbeit> B b 4 M