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Beyträge zur nähern Kenntniss des Schweizerlandes / Von Hs. Rudolf Schinz, Pfr. zu U...
Entstehung
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oder Wohlfeile hangt davon ab. Die Frucht genießt ier frisch, oder gedörrt das Laub streuet er demViehe, aus dem Holz des Castanienbaumes macht er !seine besten Weinfässer, sein dauerhaftes Bauholz, undaus den abgehenden unfruchtbaren Bäumen brennt erdie allerbesten Kohlen, die noch den buchenen vorge-zogen werden.

In den Bergthälern, die hoch liegen, wo derGetretdbau unbedeutend ist, sind diese Castamenwäl-der, ausser den Alpen das köstlichste Vermögen desLandmanns die Abhänge und Füsse der Bergensind nur mit diesen beflanzt, selten trift man andereVaumarten daselbst an.

In den wärmeren Gegenden hergegen sind dieweissen Mauelbeerbaume, die vornemlich an denWegen, Zäunen und Strassen gepflanzt werden, einGegenstand eben so grosser Sorgfalt des Landwirthö.

Sie sind ihnen wichtiger und werden häufiger gepflanztund sorgfältiger gepflegt als die Birn- und Apfel-L»anme, die man meistens nur in Gärten stehet. InLauts und Mendrys sezt man jedoch weit mehr da-rauf als in Luggaris und Maynthal, zumal derSeidenbau in diesen leztern Landschaften von geringerBedeutung ist, verglichen mit den erftern.

Von allen Obstbäumen gedeyen die Pfirsich amallerbesten; man hat von sehr vielerlei) Arten dersel-ben. In Lams habe ich solche gesehen, die grösserwaren, als die grössesten Aepfel, dabey sehr schmack-haft und saftig. Diese und die Feigen sind dieeinzigen Obstarten, welche man hier zu dörren pflegt,und zwar blos an der Sonne. Aepfel, Birn und alleandere Gattungen von Saftobst, werden frisch genos-sen ; das EyLer-Pressen ist unbekannt, man hätte auch