4l6 . .—-
sind diese dann gemeinlich schläferiger ihre Vortheilezu benuzen und zu veredeln.
Da das schweizerische Italien noch ein Berg- undAlpenland ist, so sollte man glauben, daß die Viehe-zucht im besten Zustand seye, und auf die Besorgungdes Graswachses möglichster Fleiß angewendt werde.Allein der Augenschein versichert den Beobachter ge-rade des Gegentheils. Die meisten Gegenden desLands sind überhaupt der Hize sehr ausgesezt, ein fürdas Gras sehr nachthetliger Umstand, dazu wendendie Einwohner auf die Verbesserung ihrer Wiesen garnichts, und der nasse Dünger, womit man dieselbensonst so fruchtbar machen kann, ist hier gänzlich un-bekannt. Daher siehet man wenig ergiebige Wiesen,ausser wo dteselbigen gewassert werden können.
Die Alpen, auf welchen das Viehe vier Monatezubringt, und die niedrigeren Weiden, wo es anderevier Monate sich aufhält, sind viel mägerer als diein der deutschen Schweiz. Die Weiden sind steil,mühesam zu erklimmen und steinigt.
Es giebt aller Orten Waldungen, die zunächstbey den Dörfern und in den tiefern Thälern gelegene,bestehen aus lauter Castantenbäumen. In den höher»Thälern gegen Norden bestehen sie aus Lerchen (QsrixIn den ungeheuren Klüften der höchsten Gebirgenaber sind Buchen, Roth- und Weiß-Tannen, die nurvermittelst der schon beschriebenen Holzgeleiten im Win-ter können benuzt, und aus diesen vast unzugänglichenOrten herausgebracht werden. Die Roth-Tannenheissen mit dem trivial Name in der Landssprachoder kcccis. Die Weiß-Tannen aber Lro-vscio. Daher der Name eines bewohnten Nebenthalsin der Herrschaft Lavizara, Vsle cii ?kcc>g; und ei-