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derviehe, erstere zu eigenem Genuß/ die leztern znmVerkauf. DieWinter-Wochenmärkte sind voll davon/ihr Preiß ist sehr gering / man verkauft sie bisweilenPfundweise zu i I>. fürs Pf. Obschon Luggarisund Lauis an Seen liegen/ so hattet man we-nig Enten/ die doch ihre Nahrung daselbst findenwürden — aber desto mehr Gänse.
Die Dauben nisten in den alten Mauern undunter den Dächern der Häuser/ man laßt für sie et«wann auch eigene Löcher in den Mauern offen / siehetsie aber doch nicht für Hausthier und also auch nichtfür Eigenthum an, obgleich gemeine Leute auf sieAcht geben/ und ihre Jungen benuzen.
Da das Waidwerk den Italienern zu grossem Ver-gnügen ist/ so nähren sie viele Jagdt- und Vögel-Hünde, und lieben sie sehr.
Bienen hält man auch in ziemlicher Zahl aufden Landgütern / die Sorge dafür ist den Lehenleutenund auch der Nuzen davon meistens ihnen überlassen.
Ausfuhr eigener Produkten
Wann man die fruchtbaren See-Ufer von Lauisund Luggaris und die Mündungen der Thäler be-trachtet, so sollte man glauben das Land hätte vielentbehrliches auszuführen. Allein die höhern Thäler,welche bey allem ihrem mühesamen Zugang und Steil-heit der sie umgebenden Bergen doch stark bevölkertsind, verursachen zwar einen starken innern Verkehrmit den Lebensmitteln/ aber die Ausfuhr des Ent-behrlichen ist nicht so beträchtlich, und also der Pas-siv- bald eben so stark als der Aktiv-Handel.
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