422
chineri für ein Paar Zugochsen geboten, er glaubtesie aber mehr werth.
Man hält sehr ansehnliche Schaaf-Heerden, undeben so viele Ziegen, die um so viel weniger Pflegebrauchen, da sie vom März bis in Christmonat, weiles selten gefriert, immer auf der Weid bleiben kön-nen, und kaum drey Monate im Statt müssen ge-füttert werden. Die Bauern, die Fleisch zu essenvermögen, mezgen eine oder mehrere Ziegen vor demWinter ein, und verspeisen dieselben gesalzen und ge-dörrt. Man macht vielen Ziegen-Käs, und mischetdie Ziegenmilch beym Käsen etwann auch der Kühe-mtlch bey. Es werden auch Schaaf-Käse gemacht.
Man haltet wenige Schweine, die Bauern garkeine, wann sie nicht Alpen haben, auf denen sie eineSchweins-Mutter mit den Jungen, so sie wirft, vomAbgang der Molken ernähren. Diese aber wenn siean die Mästung gestellt worden, wiegen bis auf zoogrosse Pfund. Niemand mezget diese Thiere sich denHausgebrauch ein, ihr Fleisch wird blos allein zuWürsten gehacket, wovon die Italiener grosse Liebha-ber sind; sie halten das frische Schweinsfleisch fürsehr nachtheilig der Gesundheit. Das Fett wird nurvon den Armen anstatt des Butters gebraucht. Manhaltet auch um deswillen weniger Schweine, weil dieWeiden sehr steil, und diese Thiere der Bergweidensich nicht gewohnt sind, daneben die stillern Heerdender Ziegen und Schaafen verscheuben würden. DasSchwcinfleisch wird nicht, wie anders, geschäzt, undhat keinen Tax.
Weil man allerley geringere Sommerfrüchte, alsTürkenkorn, Hirß, Fännich, in Menge pflanzt, sohalten vornehmere und gemeinere Leute sehr viel 8e-
Ff4 der-