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Sittenlehre in Fabeln und Erzählungen für die Jugend : Nebst einer Abhandlung über die Frage: Sind die Fabeln eine Uebung für Kinder, oder sind sie es nicht? / mit Kupfern von J. R. Schellenberg
Entstehung
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Vorrede.

bis und die Eiche u. s. w. da doch diejenigenFabeln, in welchen Lafontaine dem PhädrusSa-ritt vor Schritt folgte wie;. B. der Wolfund da» Lamm, der Hund und sein Schatten,der Esel in der Löwenhaut/ der Frosch undder Ochsen, s. w.weik weniger dichterische Schön-heiten verrathen. Der Grund dieser Weglassungwar, weil theils ihre Sittenlchren zu verstekt la-gen , daß sie der Verstand der Kinder hätte auf-spüren können , theils weil diese Sittenlehren sel-ber weder auf ihr Alter, noch auf ihre Lagen paß-ten , und bei dieser Sammlung war mein Haupt-zwek mehr moralisch, als ästhetisch. Denn so un-nachahmlich auch Lafontaine im Ganzen seyn mag,so lassen sich doch nicht alte seine Fabeln den Kin-dern gut erzehlen z. B. die Fabel vom ertrun-kenen Weibe, deren Leichnam man den Flußhinauf, gegen den Strom schwimmend, suchensollte, weil sie Zeitlebens den Geist des Wider-spruchs gehabt hatte, ist ein mißlungenes Epi-gramm , und könnte nicht platter seyn. An eineSittenlehre ist gar nicht zu gedenken ! Der Tri-but der Thiere, dem Rönig Alexander zuge-schikt, ist zwar eine alte Fabel, aber der Einfallnichts desto besser. Seit wenn fchiken die ThiereWem König Geld, und wenn kam es dem Lö-wen