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Schlaft bei'm Andante, klatscht bei dem Prestissimo,Ruft aus Gewohnheit nur: Braoo, bravissimo.Oracnlt hie und da — die Leidenschaft zu schildernVersteht der Mann — ganz artig ist sein Spiel!Doch warum täuscht er uns mit so viel düstern Bildern?Sein Oratorium klingt, wie ein Trauerspiel.
Diß Urtheil dringt zulezt auch zu AllegriS Ohren.Bald hätt auf ewig er der Tonkunst abgeschworen tFür sol y ein Publikum wie Marmor, Erzt und SteinWürd' Orpheus selbst ein Wirrhshausstcdler seyn.Trompeter soll diß Volk und Paukenschläger haben lIch wette, daß eS gleich im Wonnetaumel schwebt-Wenn ihm der Geige Ton nur Arm' und Füsse hebt!Für solche Klösse spar Allcgri deine Gaben!
Wirft man auch Perlen vor dem Schwein?
Für solche MidaS mag sein Lied der Guguk schreyn!Der Künstler geht, die Grillen zu zerstreuen,
Sich Gottes freier Luft im Sonnenstral zu freuen.Aus voller Kehle sang ein Bauer hinter'm PflugEin altes Gassenlied „Ich habe schon genug„Hab ich nur Brod und Wem, ein Weibchen das
mich liebet!»
Allegri ruft dem Bauer zu:
„War' ich so heiter auch als du!
„Komm, Freund, du sollst heut Abends bei mir
speisen!
^Dir will ich in der Stadt was schönes weisen!
tzk